Tauben ausgeflogen

Die Tauben sind also weg. Schätzen wir den Spatz in der Hand!

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Just vor dem ersten ernstzunehmenden Reif konnte ich meinen Garten vollends einwintern. Dabei werkelte ich mit Besen und Laubsack, schnitt die Himbeersträucher zurück, verteilte um Stauden und Büsche wärmenden Kompost und jätete die Gartenwege. Als es im Orangen Riesen die Tulpen- und andere Frühblüherzwiebeln zum halben Preis gab, konnte ich nicht widerstehen. Falls die zarten Knollen nicht in hungrigen Mäusebäuchen verschwinden, sollten im Frühjahr über zweihundert Tulpen und Glocken spriessen.

Winterschlaf

Die abgeernteten Beete grub ich ein bisschen um und bedeckte sie mit dem golgelben Laub des Kirsch- und Apfelbaums, welches auch beim Einnachten noch schön aussieht. Überhaupt genoss ich die Abendstunden im Garten. Während ausserhalb des Zauns die Strassenlampen angingen und Bewohnerinnen und Bewohner nach Hause eilten, füllte ich Herbstlaub in Säcke und stellte das Vogelhaus auf. Mein Nachbar, ein Biologe, hat mit der Winterfütterung der Vögel bereits begonnen. Kleiber, Berg- und Grünfink, Gimpel, Sumpf-, Kohl- und Blaumeise samt Wacholderdrossel sind bei ihm schon eingekehrt. Mir werden die gemeinen Sperlinge, ein paar Amseln und eine einsame Türkentaube bleiben – wahrscheinlich wird sich auch der Buntspecht aus der hohen Buche den Futtervillen des Wissenschaftlers auf der anderen Strassenseite zuwenden.

Von wegen zuwenden: mit der Frau als Stadtpräsidentin werden wir wohl noch ein paar Jährchen warten müssen. Am 15.01.2017 gibt es einen 2. Wahlgang mit 1 Frau und 1 Mann.)
Im Moment ist es schier unerträglich, wie niederträchtig, böse und gemein über die Kandidatin (und ihre Familie) geschrieben wird. Der Kandidat – wofür steht er eigentlich ein? – wird dagegen in den Medien hoch gelobt (in den Kommentaren mit vielen orthographischen Fehlern) – wofür??
Bis jetzt habe ich von diesem Kandidaten, Abkömmling einer alter Berner Patrizierfamilie (seit 1270) noch kein Wort gehört, das den Dreckbewurf auf die Kandidatin verurteiltmissbilligt. Vous devriez avoir honte, monsieur le candidat!

In England dürfen rothaarige Frauen keine Schiffe taufen, habe ich heute in der letzten Sonntagszeitung gelesen. Schwangere dürfen in Frankreich nicht.

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Der Bethlehemstern auf unserem Block wurde am Freitag bei trockenem Hochnebelwetter aufgerichtet. Die Beleuchtung funktioniert tadellos.
Wie jedes Jahr haben die Bewohnerinnen und Bewohner im benachbarten Glöggliweg alles gegeben, um Reihenhäuser und Gärten festlich zu schmücken.
Auf dem Heimweg werfe ich einen Blick auf die Lichterketten.
Eine grimmige Männerstimme aus dem Vorgärtchen:
“Gottfriedstutz, warum brönnt dä Bock nid?”
(Gemeint ist der Leuchtschlauch-Rehbock)

...fuckfaktisches:

Meine Tochter (2nd, female) schreibt mir am 21.11.16, 22:17:

Wenn du mal Zeit hast, 8 Seiten zu lesen …

Ich habe die acht Seiten eben gelesen und muss, quasi als Verdauungshilfe, meine Blog-Woche mit diesem Video abschliessen (Link ebenfalls von meiner Tochter):

(1996 Kennedy Center Honors, Washington D.C.)

Auch in unserer kleinen Stadt stehen Wahlen an.
Je näher sie rücken, desto mehr zweifle ich daran, dass wir nach 184 Jahren Herrschaft endlich eine Stadtpräsidentin bekommen, denn seit Monaten wird eine für dieses Amt bestens qualifizierte Kandidatin wacker demontiert. Auch sie hat (siehe oben) “zwei Gesichter”, “prescht schon wieder vor” wie damals, “mit Ambitionen auf einen Sitz im Gemeinderat”, sie “nimmt Mitfrauen Wind aus den Segeln”, “desavouiert Bündnispartner”. Sie sei schnippisch, schaue nur für ihr Wohnquartier, nehme ihre Kinder bis spät in die Nacht mit an Veranstaltungen. Taxifahrer und auch -fahrerinnen verfluchen sie wegen der Baustellen in der Stadt, den Velowegen und -streifen, den mangelnden Parkplätzen und ihrer Nichtnähe zu den “Büetzern”. Ganz klar, dass über keinen kandidierenden Mann so etwas geschrieben wird.
Wir müssen einfach sofort damit anfangen, vor unseren eigenen Türe zu wischen.

Den “Supermond” werde ich unter diesem Hochnebel wohl verpassen .
Macht nichts, denn am 25. November 2034 gibt es wieder einen in der ähnlichen Konstellation;-)

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Friedhof am Langen Berg

Bei Nebel und Schnee die Gräber der Eltern mit Tannenästen zudecken, mit einem Topf Christrosen und einer weissen Kerze schmücken (mit Sensor, damit sie nur im Dunkeln brennt.)

Der November tut’s dem Oktober nach: er drängelt sich eilig an mir vorbei. Ich mache es diesen Wochen auch leicht, denn oft habe ich keine Hand frei, sie mindestens ein bisschen aufzuhalten. Ich buttele Kleinstmädchen, singe 11 vergessen geglaubte Vogelhochzeitsstrophen bis Kindchen schläft, schleppe letztes Gemüsegrün vom Garten in die Küche, wasche fein, bügle dampfend, streiche Brote gesund, übe mit den “Grossen” Ergänzen auf eine Million, Wortarten und Sauriernamen, rühre Schoppen und Suppen, lese vor, schimpfe ein bisschen JackenaufhängenSchuhezusam-menstellennichtinderWohnungschutten, flicke – auch heute noch – völlig durchgewetzte Lieblingshosen (mit Kindchen auf dem Schoss, welches das Schnurren der Nähmaschine liebt und mich mit grossen Kirschenaugen anschaut, wenn ich sage: “Nei, nei, nid ds Fingerli i d’Nadle ha, das macht ganz fescht Bobo!” (Sage im Laufe des Tages noch ganz andere Sachen als “Bobo”).
Immer wieder nehme ich mir vor, einmal das Protokoll eines Wochentags zu machen. (Woran anderen Bloggerinnen auch schon dachten und wahrscheinlich sogar umsetzten).

In meiner Zeit als Bibliothekarin in einem Archiv für Frauengeschichte begegnete ich Augusta Gillabert-Randin – nicht persönlich, denn sie starb bereits 1940. Um der Frauenarbeit sichtbar zu machen, schrieb sie u.a. auch so eine Alltagsliste.
Am vergangenen Mittwoch traf ich mich mit Frauen aus “meinem” Café Littéraire. Wir verbrachten den ganzen Vormittag in einer Buchhandlung, kauften viele Bücher, sprachen kaum über die US-Wahl, sondern nur darüber, was wir gerne gelesen hatten, welches von den neuen Büchern wir als erstes lesen würden und welche Titel wir den Frauen im Café Littéraire fürs 2017 – unserem 35. Jubiläumsjahr – vorschlagen könnten.
Vor einigen Tagen wurde ein junger Journalist gefragt, was er nun nach diesem Berichterstattungsmarathon aus Washington zu Hause in der Schweiz als erstes tun würde. Er werde seine Kinder umarmen.

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Toscana

Auf solchen Feldern wächst das Getreide für die feine toscanische * Pasta.

Ehrlich gesagt hält sich meine Begeisterung in Grenzen, als mir meine Tochter (2nd2nd, female) vorschlägt, mit dem Kleinkrähenvolk ein paar herbstliche Tage in der Toscana zu verbringen. (Unzählige Bernerinnen und Berner zieht es in dieser Jahreszeit, auch im Frühling, dorthin). Wir könnten ein bisschen baden und ein paar (”überlaufene!!”) Sehenswürdigkeiten besuchen, wie z.B. den schiefen Turm, den eigentlich alle in ihrem Bekanntenkreis schon gesehen hätten, nur sie …
Als Grossmutter hat man meist keine Gelegenheit, in der Erziehung Unterlassenes nachzuholen.
Was soll’s, denke ich, wenn dieser Torre pendente noch da ist, die Zypressen, Olivenbäume, Rebstöcke, PastaGelato&Co., die Städtchen auf den Hügelkuppen, das Meer, können wir ja hinfahren.

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The cat

Aus: Kipling, Rudyard: Mowglis Brüder, Holzschnitt von Christopher Wormell, Aarau : Sauerländer, 1994

”... and when the moon gets up and night comes, he is the Cat that walks by himself, and all places are alike to him. Then he goes out to the Wet Wild Woods or up the Wet Wild Trees or on the Wet Wild Roofs, waving his wild tail and walking by his wild lone.”

Rudyard Kipling: Just so stories

I ha so ne Feissbukakaunt, aber i mache chum öppis drmit, ha dr Närv nid, luege aber gärn die schöne Fötis vo mine 14 Fründe a. Mängisch tuet mi Tochter mir es Bild druf oder e Usspruch, wo ni gmacht ha, wie: „Äs git Lüt, die säge eifach gäng Ja“.
Wi gseit, i ha dä Akaunt houptsächlech drzue, dass i die feine Pâtisseriekreatione vom Wältmeischter u sire Cruu cha luege.
O die stimmigsvolle Sunneungergäng, die härzige Enkelching und Fotone vo däm feine ungarischjüdische Ässe, wo mi Fründ us Naharya poustet, laikeni ab u zue oder schribe e Glückwunsch zu mene Fescht. Klar, klickeni de o i de Profil vo dene ihrne Fründe ume u de gseht me de, was i scho vor em Feissbuk ha vermuetet: mi kennt eifach vil meh Lüt, als me dänkt.

Letschthin bi ni zuefällig uf ene Name gstosse, wo mer bekannt isch vor cho. I ha de druf klickt u mi lachet e Ma a mit äbemässige Zäng, agrauete Haar, amene graumelierte, pflegte Bart, imene gälbe Sportliibli, Sekundarlehrer. Sicher isch er vil dusse. Hinger dr gschmackvolle Brülle blitze siner Ouge spitzbüebisch. Obwohl 63 Jahr vergange si, sit i ihn zletscht Mal gseh ha, kenne nine sofort wider, dr Sämi, mi Verehrer us dr Ungerschuel.
Är isch nid gsi, wie di angere, het gärn gläse, isch mit dr Mueter ga ichoufe, het ihres Velo grüen agmalt, was si ganz toll het gfunde. Die angere Giele hei nid gwagt, ne uszäpfle, will er guet ir Schuel und im Sport isch gsi.

O wo ner d’Lehrere gfragt het, öb är mit mir i ds Handarbeite dörfi cho, het kene glachet. Dr Sämi isch de näbe mir ghocket, het im Schwick feschti Masche, Stäbli u Luftmasche chönne wi mir Meitschi u het es grüens Ichoufsnetz mit silberige Ringe für d’Träger ghääglet. Nach der Schuel het är mi mängisch hei begleitet, obwohl das für ihn e Umwäg isch gsi. Är het Gedicht gärn gha u se uswändig chönne. Woni einisch chrank bi gsi, het er mir Grossmuetter es Strüssli Schneeglöggli für mi mitgä. Är het mini Zeichnige grüehmt u mängisch hani ihm siner e chli verbesseret. Wil er es Jahr elter isch gsi als ig, isch er de i d’Sek u ines angersch Schuelhus cho.
Dr Sämi isch sicher o dr Grund, warum ig i d’Sek ha wölle. Miner Eltere hei drvo ke Ahnig gha u hei ersch vernoh, das i d’Prüefig bestange ha, wo d’Lehrere mim Vater het gratuliert, das i die Beschti vo de Meitschi sig gsi.

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Wenn die tonnenschweren Kürbisse (2016/1190,5 kg) von ihren Züchtern an die Kürbis-EM gewuchtet werden und nachts der Frost über den Boden schleicht, ist es aus mit Sommer.
Schweren Herzens greife ich als Rockträgerin zu Unterhemd und Strumpfhosen, lasse den roten Lack noch ein bisschen auf den grossen Zehen und mache erste Schritte in geschlossenen Schuhen.
Im Garten hole ich die letzten Bohnen, den späten Salat und schaue nach, ob die Schnecken mir etwas von den festen Kabisköpfen übrig gelassen haben. Kletterrose und Kapuzinerkresse legen sich mit Blühen noch einmal ins Zeug, zusammen mit einigen Borretschstauden mit ihren blauen Sternenblümchen. Die ersten Körbe Laub werden zusammengerecht und einige Stauden zurückgeschnitten.

Die Draussen-Baden-Saison in meinem Lieblingsbad schloss ich vor einem Monat …

Letzters Bild 2016

mit einem einsamen Schwumm durchs bereits kühle Wasser ab, packte die ...

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Geputzt und gesrrählt

(Johanna und Jakob, Frühling 1941)

Dieses Bild meiner Eltern hängt, zusammen mit einigen anderen alten Fotos, bei mir in der Küche. Als ich es am vergangenen 30. August, ihrem gemeinsamen Geburtstag, abswischte, fiel mir zum ersten Mal auf, wie blank poliert die Schuhe des glücklichen Paares sind. 1941 gab es im Emmental kaum asphaltierte Strassen und Wege und auch wenig Schuhe.
1941 wurde mein Vater wieder einmal für einige Wochen in den Militärdienst eingezogen, was besonders während der Sommermonate für einen Bauern hart war. Zu Hause standen die Ernten an und auf irgend einem unnützen Posten langweilten sich die Soldaten. Das Gute daran war, dass Soldat Glauser genug Zeit hatte, seiner geliebten Johanna zu schreiben:

Ostermundigen, 29. Juli 1941
Auf meinem Posten sind 13 gute Kameraden, fast alle von Lützelflüh und Sumiswald. Ich werde am 8. August in den Urlaub gehen. Es ist so langweilig, keine Ruhe und wenig zu essen, aber ich kann mich ganz gut drein schicken, geht ja nicht mehr lange.
Schick mir nur nichts zu essen. Es sind viele Kameraden bei uns, die nicht heim schreiben können oder der Geliebten, um Essen zu schicken. Ich kann mich gut fügen, du weisst es ja wohl. Ich möchte nicht mehr sein als alle anderen.
H., wenn ich in den Urlaub komme, werden wir an einem schönen Sonntag noch eine Velotour machen.
Wie geht es deinem Fuss. Hoffentlich gut.
Warum hat dich Frida geschnitten mit der Sense?

(Frida war die Ex-Freundin meines Vaters und auf meine Mutter so eifersüchtig, dass sie sie mit der Sense verletzte. Kommentar von 1st hier)

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Prunkwinde

Noch vor der Tasse Kaffee giesse ich morgens die Balkonpflanzen.
Ein Hagelschlag Mitte August spaltete die Stängel der Tomatenstauden und hackte die Triebe der Prunkwinde ab. Himmeltraurig sah das aus. Auf einem nach Westen gerichteten Balkon im 16. Stock sollte man Robusteres pflanzen. Beinahe hätte ich die Schere angesetzt. Die Pflanzen haben überlebt. Sollte es noch einige sonnige Tage geben, werden noch viele Tomaten reif und die Winde macht hoch über den Reihenhäusern ihrem Namen Ehre und mir viel Freude.
So früh wie möglich gehe ich in den Garten, giesse und hacke, binde diesen oder jenen Trieb auf, schneide dürre Zweige pflücke Bohnen und Himbeeren. Manchmal kommen die Schulkinder – darunter auch zwei meiner Enkelkinder – und essen ihre Pausenbrote unter den schattigen Bäumen.
Wann immer möglich, gehe ich morgens ins Freibad.

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Tauchen

... ist grösser, als man denkt.
So weit unser Auge reicht nur Segel-, von Möwen begleitete Fischerboote mit echten Fischern und der Touristen-Katamaran “Picardie” auf dem Wasser.
So weit unser Auge reicht ausgebleichte Sonnenschirme über Jungen und Alten, die den Strand und das Wasser auf ihre Weise geniessen.
Weit und breit keine Flüchtlinge auf dem Mittelmeer, ausser in den Zeitungen, die wir, im Gegensatz zu früher, jetzt auch auf dem Delta online lesen können.

Am diesjährigen 14 Juillet fehlen Bühnen, Fahnen, Lautsprecherwagen mit der “Marseillaise” und “Toreau picine” – nichts deutet auf den französischen Nationalfeiertag hin. Auf unser Warum meint die Wirtin im “Petit Mazet” augenzwinkernd, es sei eben erst der 13. Nur wenige Stunden später wären alle froh, es gäbe diesen 14. nicht.

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Lavendel aus meinem Garten

Lavendel aus meinem Garten

Als Kind fing der Sommer an, wenn der Knubbel des ersten Bremsenstichs sich auf Bein oder Arm hart und rot ausbreitete mit einem blutigen Punkt im Zentrum. Manchmal klatschte die Grossmutter einen grauen Brei in ein Tüchlein gewickelt darauf, was Linderung brachte. Essigsaure Tonerde kaufte sie in der Apotheke Durheim in Form eines grauen, erdigen Pulvers, welches sie in einer Schüssel mit Wasser zu einem “Tanggel” anrührte und in Tüchern auf ihre mageren mit Krampfadern überzogenen Beine legte.
Sommerferien bedeutete eine Menge Arbeit für die ganze Familie. Das Tagwerk der Eltern fing vor dem Tag an und endete oft spät.
Die Sommer meiner Kindheit erscheinen mir in der Erinnerung lang.
An freien Tagen schoben wir unsere Räder zuerst den Hang hinauf auf die Landstrasse, fuhren dann in Kehren hinunter nach Vorderfultigen, radelten nach Hinterfultigen und wieder ging’s auf schmalem Pfad in steilen Kurven abwärts in die Schwarzwasserschlucht. Dort hatte sich eine besonders bissige Pferdebremsenkolonie angesiedelt und freute sich beim Einfall der Dorfkinder auf eine süsse Blutmahlzeit. Trotzdem verbrachten wir Stunden zwischen Sandstein- und Nagelfluh, stapften durchs knietiefe Wasser, planschten in den Wassertrögen zwischen den Steinen, liessen uns von den stacheligen Büschen des Auwaldes die Beine zerkratzen und assen heisshungrig die mitgebrachten Brote. Dieses abenteuerliche Vergnügen hatte seinen Preis. Der Heimweg war lang, heiss und sehr steil. Als sich einmal ein Gewitter zusammenbraute, kam Vater uns ein Stück des Weges entgegen. In der “Linde” Hinterfultigen bestellte er zu unserer grossen Überraschung, einen Liter Weissenburger Himbeer, ein Tafelgetränk, welches es schon längst nicht mehr gibt. (Vater war, glaube ich, sehr froh, dass wir vor dem Gewitter aus der Schlucht heraus gekommen waren.)

Heute fahre ich mit einem Teil der Blogkfamilie nach Süden, wo sich der andere Teil bereits eingerichtet hat und im Moment auf Pferden durch Salikornien und Sand stapft. Die Bremsen dort haben grünfunkelnde Äuglein.

Au revoir, mes amies et mes amis!

Es regnet wie aus Kübeln, als wir durch den Wald und dann durchs Dorf fahren. Kein Mensch ist bei diesem Wetter unterwegs. Ah, doch, vor dem “Bären” steht ein Resecar aus Österreich, in welchen süferli eine Gruppe Rentnerinnen und Rentner einsteigen. Dann ist das Dorf wieder ein Juli-Kalenderblatt mit üppigen Geranien auf Fenstersimsen. Kein Licht in den Atelierfenstern des behäbigen Bauernhauses der Kirche schräg gegenüber. Der Kunstmaler sei nach 24 Jahren Landleben ausgezogen in einen 22. Stock in der Stadt, mit Frau, fünf tietischen Tempelhunden und drei Langhaarkatzen. Jetzt male er bunte, ineinander geschachtelte Hochhäuser und keine Munis (Stiere) mehr mit Tigerfell und tanzenden Kobolden auf dem Rücken. Ich schweife ab …
Der Dorfbrunnen plätschert. Ich fahre mit der Hand durchs kühle Wasser. Früher gehörte Albert ein Teil dieses Wassers, ich glaube, 1/7. Ich schweife ab …

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