October 2017


In der vergangenen Woche wurde ich mehrmals gefragt, ob meine Enkelkinder und ihre Eltern gesund und zwäg aus den Herbstferien zurück gekommen seien.
Wahrscheinlich erzählte ich auch ausserhalb von blogk.ch, dass ein Teil meiner Familie ausgeflogen sei. “Hätte sie sich doch gemeldet und gesagt, dass sie alleine ist. Man hätte dann etwas abmachen können,” meinten einige Leserinnen und Zugewandte. Das finde ich wirklich lieb. Danke!

Man liess mich zum Glück nicht ohne Nachrichten aus dem Kosovo. Hier eine kleine Zusammenfassung:

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Traurig

Sie war eine Erzieherin mit Engelsgeduld – begnadet eben. Bei ihr gab es keine hoffnungslosen Fälle. Selbst die Wildesten und Ungehorsamsten hörten auf sie. Mühsame Eltern und taube Behörden brachten sie nicht aus der Ruhe. Jahrelang sorgte sie auf kleinstem Raum dafür, dass die Quartierkinder nach der Schule betreut wurden, spielen, essen und Hausaufgaben machen konnten.
Vor zehn Jahren richtete sie im ehemaligen Keramikatelier eine Tagesschule ein, denn die Nachfrage nach Betreunungsplätzen stieg von Jahr zu Jahr.
Dass “ihre” Schützlinge einen Beruf erlernten, dafür engagierte sie sich unermüdlich, gab Nachhilfestunden und half bei der Lehrstellensuche.
Ganz wichtig war ihr die Ausbildung von jungen Erzieherinnen und Erziehern. Ihren Praktikantinnen und Praktikanten war sie Beraterin und Vorbild. Sie hat mitgeholfen, aus der Betreunngsarbeit in einer Tagesschule einen anspruchsvollen Beruf zu machen. Dank ihr hatten zahlreiche Kinder einen leichteren Start hier in der Schweiz und eine schönere Kindheit.

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... das Laub vom Baum
und gibt es den Winden zu eigen.
Die führen es fort im weiten Raum,
weit fort von den trauernden Zweigen.

Die stehen jetzt da mit kahlem Haupt:
Wer hat uns beraubt, wer hat uns entlaubt?
Wo sind die Blätter, die lieben, geblieben?

Doch die, vom wirbelnden Winde getrieben,
haben längst vergessen, wo sie gesessen.

(Rudolf Löwenstein, 1819-1891)

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Herbstmorgen

(Blick aus dem Schlafzimmerfenster 05.10.17, 09:43)

(Hängen gebliebener WMDEDGT? – und Vollmond-Beitrag):

Ich wälzte mich auf Finis Couch hin und her und versuche in den “Alles-wird-gut”-Modus zu schalten, aber es funktioniert nicht. Ich liege lange wach, und als ich endlich eingeschlafen bin, träume ich von zweitausend enthaupteten Nerzen….

Das bin natürlich nicht ich, sondern Torti, frühere Umweltaktivistin und Ich-Erzählerin in “Das wissen wir schon”.
Heute stehe ich spät auf und will einmal fast nichts tun, nehme ich mir vor.
Eigentlich ist das für mich nur eine Art Entschuldigung, weil ich sowieso nichts tun mag. Seitdem die Kleinkrähen ausgeflogen sind, bin ich schlapp und antriebslos. Endlich hätte ich nun viel Zeit, wie die meisten Rentnerinnen und Rentner, die ich kenne, aber ich nutze sie nur schlecht. Schaue mittelmässige, alte Filme, lese ein bisschen, putze ein Fenster, bügle meine Shirts, koche Sugo –
und warte auf eine Nachricht aus diesem kleinen Nest im kosovarischen, gebirgigen Hinterland, wo meine Enkelkinder ihre Verwandten besuchen.

Nach dem ordnenden Rundgang durch die Wohnung lege ich mich auf mein frisch ganz in Grün bezogenes Bett in die Sonne und stelle mir vor, es wäre die grüne Wiese …

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