September 2018


Meine Mutter hielt ständig Ausschau nach einem Nebenverdienst, damit das schmächtige Einkommen aus dem Bergheimetli etwas “Schmutz” (Fett) ansetze. Wie sie auf die Chinchillazucht kam, weiss ich nicht mehr, wahrschenlich durch “Die Grüne”, eine Bauernzeitung, denn in der ganzen weitläufigen Gemeinde gab es wahrscheinlich niemanden, der auch nur den Namen dieses Tieres aussprechen konnte.
Chinchillas seien äusserst heikel aufzuziehen, aber man könne damit sehr gut verdienen. Aus ihren Fellen würden die exklusivsten Pelzmäntel genäht.

Die Vorstellung, die engen Stuben des Bauernhauses mit Käfigen voll gestellt zu bekommen war mir ein Gräuel, fetter Verdienst hin oder her.
Ob der Käfig mit den Hamstern, der eines Tages auf dem Oberen Ofen (Sitzofen) in der Wohnstube stand, ein kostengünstiger Probelauf für die Chinchillas war, weiss ich nicht mehr. Die Hamster wurden zum Glück schon bald von unseren Katzen gefressen, da wir Bauernkinder mit solchen Haustieren keine Erfahrung hatten und wahrscheinlich dachten, die Hämsterchen würden ihr Käfigtürchen vor dem Zubettgehen selber schliessen.
Mit der Chinchillazucht wurde es dann nichts. Die idealen Voraussetzung dazu könnten wir nicht bieten, meinten die Chinchillaexperten.

Letzte Woche las ich einen Bericht über den Chemiker Albert Hofmann, welcher vor 75 Jahren für seinen Arbeitgeber Sandoz das LSD aus dem hochgiftigen Mutterkorn synthetisierte. (Der Bund, 08.09.2018)
Dabei erinnerte ich mich an einen früheren Nebenerwerbs-Versuch meiner Eltern.

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Das Fallobst …

Gravensteiner
... ist versorgt in ...

Mus

... Dosen und Gläser. Die Vögel in den Bäumen um unseren Garten konnten den heissen Sommer richtig geniessen, gab es doch immer frisches Wasser im Vogelbad und saftige Äpfel, in welche man die hungrigen und durstigen Schnäbel schlagen konnte. Kein einziger Apfel wurde verschont und plumpste nach diesen Angriffen vom Ast. So ein paar Extraliedchen im Frühling werden dann schon erwartet.
Bereits anfangs August fielen die Blätter walmweise von den Bäumen und bedeckten die noch nicht abgeernteten Beete.
Neben dem Obst fielen auch die Pegelstände unserer Seen und der Grundwasserspiegel. Felsbrocken stürzten nicht einfach sauber auf die Strassen, nein, wegen der Trockenheit entwickelten sie enormen Staub. Blieben Menschen vom Steinschlag verschont, mussten sie aus der Staubwolke evakuiert werden.
Ja nu, in der Schweiz sollten wir zurückhaltend sein mit Jammern, haben wir doch pro Person einen Jahresvorrat von 5000 m3 Wasser (5’000’000 Liter).

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