2019


Edelweisse

Jedem auf dem Lebenspfad
Einen Freund zu Seite,
Ein zufriedenes Gemüte
Und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite.

Johann Peter Hebel, 1760-1826

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Die etwas durchhängenden Äste unseres diesjährigen Christbaumes gehöre zu seiner Art, ist meine jüngere Tochter überzeugt und hängt noch eine weitere rote Riesenkugel – Geschenk von der katholischen Tamilienfamilie – in die untersten Zweige. Ich befürchte, dass der Baum ganz einfach überladen ist und platziere Silberstern und -engel aus der Provence sorgfältig in die oberen Regionen. Nächstes Jahr müssten Saturn und Astronautin etwas näher beieinander sein, sowie die türkis Kugeln und der Delphin. Pilze, kleine und grosse werden am Baum verteilt, auch die munzigen Fliegenpilzchen, eine Erinnerung an Herrn Hirsiger, der mir nach dem Tod seiner Frau den Weihnachtsschmuck vererbt hat.

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Regen

Nicht, dass früher alles besser gewesen wäre. Statt Regen, wie heute, gab’s Schnee. Früh morgens in der Eiseskälte gingen Vater oder Mutter voran, bahnten uns mit dem stupfen Besen – wisch, wasch, links rechts – einen Pfad, damit wir auf die Strasse und dann zur Schule kamen. Mir war es immer peinlich, wenn ich auftaute und sich unter mir eine Pfütze bildete. Aber anderen Kindern ging es auch so.

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Schenken
mit Joachim Ringelnatz

Schenke gross oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

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Wintersonnenwende. Die Tage werden wieder länger, schreibt meine ältere Tochter in den Familienchat.
Gerade hört es auf zu regnen und ein starker Wind kommt auf. Der Hauswart steigt aufs Dach, um zu prüfen, ob der Stern über dem 20. Stock den Windböen standhält oder ob er ihn “ablegen” muss.
Es ist wird ein Tag der warmen Stuben.

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Frage: Was machen Sie, wenn das Leben auf Ihnen lastet wie ein Mantel aus Blei? Wo gehen sie hin? Wo finden Sie Linderung?

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Das Jubeljahr zur ersten Mondlandung ist am Ausklingen. Die ForscherInnen der Uni Bern können es nicht lassen, den Geheimnissen im Weltall auf den Grund zu gehen.
Kein Wunder, dass bei so viel Neugier auch mal jemand von ausserhalb bei uns falsch parkt.

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Gerade habe ich meine erste Weihnachtskarte erhalten und erst noch mit einem 3027-Bethlehem-Sonderstempel! Diesen wird es in Zukunft im Dezember in unserem Quartier nicht mehr geben. Obwohl die Leute von weit her nach Bethlehem kommen und sich die Kisten mit den Weihnachtsbriefen füllen, hat die Post beschlossen, dieser “Tradition” ein Ende zu bereiten.

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Forst 1

Als ich dem Förster sage, dass wir nun schon den 10. Baum bei ihm im Forsthaus holten, lacht er und erinnert sich, wie er hier bereits als Elfjähriger vor Weihnachten Tannäste verkaufte. Zwischen den aufgetürmten Holzbeigen, -schnipseln,-brettern und jetzt natürlich den zahlreichen kleinen und grossen Christbäumen und Deckästen jeglicher Art, findet man im Weihnachtstrubel für einen Moment ein ruhiges Plätzchen. Es lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen, den Duft der Nadeln und des Holzes einzuatmen, die einzelnen Bäume anzuschauen. Passt der in die vorgesehene Ecke, ist er nicht zu hoch, sind die Äste nicht zu dicht, damit die Kugeln frei hängen? Schön finde ich auch, den anderen Kunden und Kundinnen bei der Wahl ihrer Tannen zuzuschauen.

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Herr Rago steht mit tränenden Augen und ebensolcher Nase vor der Ärztin:
“Hier gebe ich Ihnen einen Nasenspray und die Tabletten gegen den Husten. Nehmen Sie abends zwei von den blauen und geben Sie Ihrer Frau auch eine, dann haben Sie Ruhe.”

Ich sitze in der Warteecke auf einem engen Kunstledersessel. Auf dem munzig kleinen Tischchen daneben liegt nicht etwa die heutige Tageszeitung, die darauf keinen Platz hätte, sondern ein munzig kleines schwarzes Büchlein. Ich blättere darin und mache schnell ein paar Fotos vom Text.
Später finde ich heraus, dass dieses Künstlerbüchlein 2003 28’000 mal verkauft wurde.
Und ich habe es verpasst, wie gestern das Morgenrot.

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Während ich an meinem Westfenster Kaffee trinke, verpasse ich dieses unglaubliche Morgenrot im Osten. Der Block macht einfach innen und aussen gerne auf Drama.
Um 08:18 schickt mir der Hausmeister dieses Foto:

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Nach dem Frühstück habe ich den Jungkrähen wieder einmal die Bambusflöten-Ratten-Geschichte erzählt. Diese leite ich zur Sicherheit jedes Mal ein mit: ” Ich weiss, ich habe euch die Geschichte schon mal erzählt …” (Ab und zu müssen sie auch die ewige, leider sehr kurze Geschichte meines Vaters hören, dessen Freund in der Wüste einem hungrigen Löwen begegnete… Nein, nein, er wird nicht gefressen.)
Manchmal schauen wir zusammen “etwas von früher”, so wie heute.
Animal und Harry bleiben ewig jung!

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Während der Sturmwind um die Häuser jagt, durch die Lüftungsrohre heult und die Tannenwipfel im nahen Wald arg ins Schwanken bringt, sind kreative Familienmitglieder am Backen.
Hier Feines aus dem Ofen, von dem ich – oft in letzter Minute – Gelegenheit hatte, ein Foto zu machen.
Allen Bäckerinnen und Bäckern herzlichen Dank!

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25. Juli 1893
Nicht weit von meiner Hütte steht eine Bretterbude und dort lebt eine Gang zwielichtiger Gestalten. Ich koche für sie, und sie bezahlen mich gut für alles. [...]
Ich erfinde neue Rezepte und probier sie an diesen Gesetzlosen da drüben aus.
Zuerst mein 20-Jahre-Kuchen

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The moon was nearly full …

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