Alles oder nichts


Sie bleibt unvergessen!

War die Welt damals noch ein bisschen mehr in Ordnung (6.12.2015)?

Unsere Kleinkrähen sind in Sand, Sonne, Salz- und Süsswasser gewachsen, besonders an den Füssen.
So flattern Vater und Grossmutter mit ihnen durch die Läden – Mama sitzt bereits in einer Lehrerinnenkonferenz – und besorgen neue Turn- und Hausschuhe, dazu radierbare Tintenroller mit Ersatzpatronen, verschiedenfarbige Leuchtstifte, Leimstifte usw. fürs neue Schuljahr. (Alles “nämele” nicht vergessen!)
Nach einer Glace-Kaffee-Pause beim Orangen Riesen kaufen wir ein paar Erica gracilis für die Gräber ihrer Urgrosseltern.

Auf der Fahrt durchs Köniztal hinauf auf den Langen Berg entgeht uns keine mausende Katze und keine Kuh- oder Schafherde, sei sie noch so weit entfernt. Nicht, dass ich solche Stotterfahrten auf Landstrassen liebe, wo neben jedem Kalb angehalten oder mindestens langsamer gefahren werden muss, aber meine Enkel wollen alles genau sehen. Weshalb sollten wir Erwachsenen bei so viel Interesse am Landleben nicht riskieren, von einem eiligen Einheimischen gerammt zu werden?
Erreicht man dann die Höhe des Hügelzugs, hat man einen unglaublichen Blick über das Gürbetal, die Voralpen bis ins Freiburgische, die Berner Alpen hinein ins Luzernische und über Hügel und Wälder hinweg auf den Thunersee.
Nachdem wir weiter unten an Herden mit schwarzen Kühen (Angus?) vorbei gekommen sind, grasen hier oben schwere, hornlose Tiere mit weissem Fell (Charolais?). In meiner Jugend war ein einziges graues oder braunes Chueli im Stall ein Grund, nicht in den Milchverband aufgenommen zu werden.
Bei den Simmentaler Flecken mit den Glocken auf der Weide vor dem Tannwald müssen wir natürlich auch eine Fotopause einlegen – ich, als Beifahrerin mit unruhigem Blick in den Rückspiegel.

Das Dorf mit seinem Einfamilienhausfortsatz ist wie ausgestorben. Nur ein wanderndes Paar strebt der Postautohaltestelle zu. Eine Erfrischung am Dorfbrunnen ist nicht möglich. Der Trog ist ausgetrocknet. Ich erinnere mich nicht, ihn je so ungastlich gesehen zu haben. Ist die speisende Quelle versiegt? Hat man ihm das Wasser abgegraben?

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Ehrlich gesagt glaubte ich, diese Art von Journalistinnen und Journalisten stürben langsam aus. Aber nein, es rücken junge nach, welche die Klischees übernehmen – sehr schade, fantasielos, beleidigend und das Wichtigste: nicht den Tatsachen entsprechend!
Wie oft schon habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr zu enervieren, wenn wieder einmal ein Zeitungsartikel erscheint, in welchem unser Quartier als Betonwüste oder gar als Unort beschrieben wird.
In der Regel erscheinen solche Berichte im Advent, denn was bietet sich besser an, als kurz durch CH-3027 Bethlehem zu schlendern, am besten abends zwischen fünf und sechs Uhr an einem kalten Strubussitag mitten in der Woche? Am nächsten Morgen kann man dann lesen, wie menschenleer, trist und grau dieses Ghetto halt sei, nur ab und zu um eine dunkle Ecke streichend ein Vermummter und das MigrosoderCoop-Restaurant voller alter Leute bei billigem Kaffee.
Dieses Jahr gab’s schon im Juni etwas zu berichten.

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Doppeladler

Doppeladler farbneutral

Ehrlich gesagt: ich möchte mich doch auch noch kurz einmischen in die hochemotionale Diskussion zum Doppeladler, den man auch als “Doppeljubel” in der Presse antrifft.
Einige meinen, die *siegreichen Sportler mit kosovarischen Wurzeln hätten das Schweizerkreuz auf ihren Trikots küssen sollen – entweder vor oder nach dem Doppeladlerzeigen.
Der Vogel – nach den ornithologischen Kenntnissen von Ex-Trainer Hanspeter Latour keinesfalls ein schweizerischer Alpenkolibri – war ohne das geküsste Kreuz scheint’s für einige Eidgenossen eine Zumutung. (Wie sich die gegenerische Mannschaft fühlt, können wir Aussenstehenden nur schwer nach empfinden.)

Dass zwei Hände mit Leichtigkeit auch ein Schweizerkreuz formen könnten, sehen sie hier:

Kreuz I

Kreuz von vorne (oder hinten)

Kreuz II

Kreuz von hinten (oder vorn)

  • WM 2018, 22.06. Schweiz : Serbien 2:1

Noch nicht sieben. Der Morgennebel hing über der Erde wie ein schwerer grauer Vorhang. Er wallte und waberte, trieb in wolligen Wirbeln und Girlanden dahin, teilte sich. In einer Ecke des Parkplatzes, beinahe verborgen von den Schwaden ein kleiner Wagen, leer, das hintere Seitenfenster teils eingeschlagen und mit Plastikfolie und Klebeband abgedeckt. Der Sheriff bückte sich und sah hinein. Doch nicht leer.
Auf dem Fahrersitz sass eine junge Frau und schlief. Sie hatte die Knie angezogen, ihr Kopf lehnte am Fenster. Auf dem Beifahrersitz lag ein Küchenmesser mit zehn Zentimenter langer Klinge, und auf der Rückbank war ein pelziges Bündel, das der Sheriff nicht genau erkennen konnte.
Er klopfte leicht ans Fenster…

Die Frau ist Lilian, die sich auf keinen Fall vom teuflischen Blackway aus dem kleinen Nest in Vermont vertreiben lassen will. ISBN 978-3-312-00693-9

Mich weckt heute Grossesmädchen. Es holt sich seine Sportkleider an meiner Wäscheleine. (Ich hatte Hosen und Shirt gestern zusammen mit meiner Feinwäsche gewaschen.) Nicht besonders munter fange ich an, die Küche aufzuräumen und dann die restliche Wäsche abzuhängen. Ich beschliesse, trotz des grauen Himmels schwimmen zu gehen. Die Wäsche lasse ich auf dem Bügelbrett liegen, mache das Bett, putze die Lavabos und hänge eine neue Seife ins Klo. Ich hinterlasse die Wohnung gerne einigermassen ordentlich, obwohl meine Töchter mir das abzugewöhnen versuchen und versprechen, alles in Ordnung zu bringen, falls ich das mal selber nicht könnte.
Ich wärme mir eine Schale Haferbrei, streue etwas braunen Zucker mit Zimt aus Marokko darüber. Dazu gibt’s ein Glas Wasser. Nein, ohne Zitrone. (Herzogin Meghan trinke zum Frühstück nur ein Glas Zitronenwasser, natürlich ohne Haferbrei.)
Nach einem kurzen Besuch bei meinen Balkonpflanzen, die Gurken wachsen schon bald in mein Wohnzimmer hinein, lese ich noch einige Seiten im Juni-Buch meiner Café-littéraire-Gruppe: Amos Oz “Judas”.
Auf dem Weg ins Schwimmbad gehe ich im Garten vorbei und pflanze den Rest meiner Prunkwindensetzlinge ein. In einem Beet habe ich ein Gitter aufgestellt in der Hoffnung, die Gurken würden dieses erklimmen. Im Moment gibt es für diese Kletterei noch keine Anzeichen. Damit sie ein gutes Vorbild erhalten, bekommen sie die sportlichen Winden an ihre Seite.
Die Vögel pfeifen, der Wetterhahn schaut nach Norden und ich setze mich ein bisschen vors Gartenhaus, schaue dem Grünzeug beim Wachsen zu.
Als mir die Sonne auf die Beine scheint, wird es Zeit fürs Bad. Schnell mache ich noch ein Foto von meinen Kletterrosen.

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Einladung
Wir organisieren ein Fest!
Freitag ab 17:00 Uhr vor dem Block.

NachbarInnen kennen lernen, essen, trinken, zusammen sein.

Tische, Stühle und Getränke stehen zur Verfügung. Es kann auch gebrätelt werden.

Nachbarn I

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr können wir am heutigen Nachbarschaftstag draussen sitzen. Frau Egger meint aber, dass es 2017 mit weniger Platz gemütlicher war. Nur schade, dass nicht mehr Schweizer Bewohnerinnen und Bewohner zum Nachbarschaftshöck gekommen seien, finden einige. Die “Ausländer” sind doch so freundlich. Man schaue nur wieder einmal das reichhaltige Büffee an mit den feinen Salaten und dem Gebäck aus verschiedensten Ländern.
Ich mache einige Bewohnerinnen darauf aufmerksam, dass noch mindestens zwei weitere grössere Anlässe im Quartier statt finden und besonders das 300 Meter entfernte Bierzelt mit der Tanzmusik eine Konkurrenz zum Nachbarschaftstag sei.
Ich nehme mir eine Schale Bulgursalat. Dazu schenkt mir ein türkischer Mitbewohner ein Glas erfrischenden Ayran ein. Seine Familie wartet schwatzend und lachend auf den Sonnenuntergang und damit auch auf die Schüssel mit dem gekochten Rindfleisch. Einer der Jungen kommt und grüsst mich. Er ist ein ehemaliger Schüler von mir und besucht seine Eltern hier im Block. Ich erinnere mich sehr gut an das aufgeweckte Bübchen von damals. Nach der Schule machte Bülent eine Lehre als Elektriker und holte dann berufsbegleitend ein Studium nach. Heute hat er eine Staatsstelle mit günstiger Wohnung, ist mit einer Krankenschwester verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist begeistert, dass seine Kinder vom Lehrplan 21 profitieren werden. Als Mitglied im Elternrat will er dazu beitragen, die Bedenken den Erneuerungen gegenüber zu zerstreuen. Seine Kinder sollen einen Vater haben, der sich um ihre Bildung kümmert. Er weiss, wie es ist, wenn die Eltern die Sprache nicht verstehen, keine Mitteilungen aus der Schule lesen können und das Schulkind vom Kindergarten an alles selber in die Hand nehmen muss – irgendwie.

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Zum Beispiel, im wahrsten Sinne des Wortes, ein schwarzer Berg Wäsche auf das Bügeleisen, dreissig Setzlinge Kapuzinerkresse aufs Einpflanzen, diverse schwarzweisse Taubensch … auf den neuen Fenstersimsen auf einen Putzlappen und einige angefangene und liegengebliebene blogk-Einträge auf die Publish-Taste.

Mein jüngerer Enkel (2nd3rd, male, 9.6) beschrieb mir letzhin drei seiner Lehrerinnen. Eine davon, Frau Oosli, sei so wie ich, nur hätte sie mehr Abenteuer erlebt.
Ich bat ihn dann, mir ein ooslisches Abenteuer zu erzählen, was er gerne tat. Die Lehrerin war zusammen mit ihrer Schwester im Jura unterwegs. Auf einmal galoppierte eine Herde Pferde auf die beiden Frauen zu. Diese erschraken fürchterlich, aber die Tiere blieben wie auf Kommando vor ihnen stehen und niemandem wurde ein Haar gekrümmt.
Was ich damit sagen will: obwohl ich kaum Abenteuer hier veröffentlichen kann/darf, versuche ich doch für die Familie (und für ein paar treue Leserinnen und Leser) dieses oder jenes zu notieren. Wer weiss, vielleicht helfen die kleinen Einträge, sich an eigene Abenteuer zu erinnern.
Mich erinnerten die Jura-Pferden an die Affenhorde, angeführt von einem kräftigen Silberhaarigen. Ich stieg durch einen Rhododendrenwald hinauf zu einer abgelegenen indischen Poststelle, als die Affen zu mir herunterstürzten und -kugelten. Eben hatten sie das Gärtchen eines Dorfbewohners geplündert. Der Mann liess sich das nicht gefallen und rückte den Dieben zielsicher mit der Steinschleuder – plopplopp – auf den Pelz. Am “stotzigen Bord” stand ich plötzlich mitten unter Brüdern und Schwestern auf der Flucht. Ich dachte nur: Das glaubt mir keiner, denn das Internet war noch lange nicht in Sicht. Das habe ich meinem Enkel nicht erzählt, denn ich wollte ihm das Pferdeabenteuer seiner geliebten Lehrerin lassen.

Und nun zu weiteren Meldungen:

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Samenband

Wenn die Kleinkrähen zu mir geflogen kommen, habe ich meist eine kleine Arbeit für sie bereit, am besten eine, die sie noch nicht kennen.
Hier wird ein Samenband für Radieschen hergestellt. Grosses Mädchen legt Samenkorn um Samenkorn nacheinander in einen der Tupfen Mehlkleister, die ich in regelmässigen Abständen auf einen Streifen Papier (WC) angebracht habe. Nach dem Trocknen kann das Band dem Pflanzplatz entsprechend zurecht geschnitten und in die Erde gelegt werden. So erspart man sich das mühsame Pikieren.

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Schlange I

Wenn Enkelin und Tochter mit Urgrossmutters blauer Knopfsammlung spielen, schaut Grossmutter zu und verschiebt das Bloggen.

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Forsythie III

(Draussen ein paar “kahle” Zweige schneiden und zu Hause erblühen lassen)

Vor einigen Tagen fiel mir die Brille von der Nase. Dann klemmte auch noch der Verschluss meiner teuren Uhr (Geschenk von den Kindern).
Also setzte ich die alte Reservebrille auf, zog mich warm an und fuhr in die Stadt. Das Optikergeschäft hatte sich in meiner kurzen Abwesenheit von einem lichten, modernen Laden in eine Art polierte Sennhütte verwandelt. Es roch nach Sägemehl und Harz. “Wir haben ein neues Gesicht” war gross und fett an der Glasscheibe zu lesen. Auf massive Holzpflöcke waren erdfarbene, afrikanische Männermasken arrangiert. Vor jedem Pfahl lag eine Brille. Ich trat an die hölzerne Bar und wurde gleich bedient. Nein, die Brille könne man nicht flicken, man müsse einen neuen vorderen Teill bestellen. Mein erster Gedanke: Ups, das wird nicht billig. Zum Glück hatte ich noch eine gültige Versicherung.
So schnell wie möglich verliess ich die künstliche Gemütlichkeit und trippelte vorsichtig durch die verschwommene Welt mit gefährlichen Strassen Richtung Spitalgasse. Das Uhrengeschäft war zum Glück auch sehr gross angeschrieben. Die Uhr könne nicht an Ort und Stelle repariert werden, da man diese Spezialstiftchen nicht am Lager habe.
Im Orangen Riesen, wo ich nach einer Osterhenne suchte, war auch alles umgestellt worden. Rechts beim Eingang wartete eine Reihe Chromstahlschalen mit warmen Speisen samt to-go-Dosen auf Hungrige aus Schulen und Büros. Ich wunderte mich kurz darüber, dass im meist frequentiertesten Geschäftsbereich in Magenhöhe offenes Essen angeboten werden darf. Osterhuhn fand ich keins, nur Türme von Hasen. Die Hennen sind verschwunden, zusammen mit anderen Vögeln.

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Nein, die rote, langstielige Rose neben meiner Wohnungstür hat nichts mit dem heutigen Internationalen Frauentag zu tun!

Anfangs März nahm ich mir vor, am 8. hier wenigstens einen kleinen Eintrag zu machen. So stand ich heute dann auch beizeiten auf, schaute in einen wolkenlosen Himmel und auf schneebedeckte Bergketten, hörte die Amseln eifrig “lieden” und wartete auf eine originelle Idee.
Aber da kam rein gar nichts.

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Ein Nischenprodukt zu er-finden und damit bis übers Lebensende hinaus (für die geliebten Nachkommen) ausgesorgt zu haben, war schon immer mein Wunsch.
In allen möglichen Situationen des täglichen Lebens hielt ich Ausschau nach einer leeren Nische, die erfolgreich ausgefüllt werden könnte. Mein Wunder-Fränsler, den ich bereits auf den Rand einer Zeitung gezeichnet hatte, wurde leider von Finanzkräftigeren auf den Markt gebracht.
Auch die Entwicklung chicer Klammern, mit welchen Krücken und sonstige Stöcke senkrecht parkiert werden könnten, blieb nur als Gekritzel auf einer Busfahrkarte.
Das “Auskunftsbüro von A-Z und für jede Lebenslage”, betrieben zusammen mit meinen schlauen Familienmitgliedern, wurde bereits in der Planung vom Internet abgewürgt.

Vor gut fünfzig Jahren besuchte ich eine Freundin in Berlin. Das Spital, in welchem sie arbeitete, ein roter Backsteinbau im Stil der deutschen Renaissance, war von wildem Wein überwachsen. Abgesehen davon, dass ihr Gezwitscher die Patienten aufheitere, würden auch die Mücken von den Vögeln gefressen und im Winter schütze das kahle Gerippe der Äste die Mauern vor dem starken Wind, sagte man mir.
So etwas wollte ich in meinem Quartier auch machen. Nachdem ich mich durch einige Bücher gelesen hatte, versuchte ich die Hausverwaltung, den Gärtner, die Bewohner und Bewohnerinnen von Fassadenbegrünung zu überzeugen – leider nur mit äusserst mässigem Erfolg. Die grösste Angst: Die Betonmauern könnten zerstört werden. Der vermehrte “Vogellärm” in nächster Nähe würde den Leuten den Schlaf rauben, allerlei Spinnen und anderes Krabbelgetier würden sich in Vorhängen und Betten einnisten und im Herbst müssten mehr Blätter zusammengekehrt werden.
Irgendwie kam mein Geschäft nicht in Schwung.
Einmal fand ich dann einen abtrünnigen Gärtner, der stillschweigend einen wilden Wein und ein Geissblatt an den Fuss des 45 Meter hohen Kamins pflanzte.
Die Stauden wachsen (an einer intakten Mauer) jedes Jahr ein paar Meter.

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(Gsür, Südostflanke, 30-01-2018, 10:30)

Nachdem die Wichtigen der Welt in der vergangenen Woche Sonne, Schnee, feinstes Essen samt ausgeklügeltestem Flattieren “auf Augenhöhe” in den Schweizer Bergen genossen hatten, komme ich heute zu dem Schluss: so etwas oder wenigstens etwas Ähnliches will ich auch!
Heute schaue ich mal, was ich für eine Gemeinsame Zukunft in einer zerbrochenen Welt tun kann.

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Es “strubusset” – eben ein richtiges Strubussi-Wätter” heute früh, wie in den vergangenen Tagen. Jetzt ist es Friederike, die, wie ihre Vorgängerinnen Evi, Christine und Burglind wild um die Häuser braust und durch die Ritzen der neuen Fenster pfeift.
Am liebsten möchte man unter der warmen Bettdecke bleiben, aber irgendwie steht man dann doch in Mantel und wetterfesten Stiefeln bereit zum Einkaufen. Heute ist Familienznacht und Raclette garniert ist angesagt, mit Fruchtsalat zum Dessert.
In meiner Orangen-Riesen-Filiale ist es um diese Zeit noch ruhig. Schon bald stehe ich an der Kasse. Vorbei ist’s mit den Weihnachtswichteln , die aus der Leiserbox “beep” machen.
Aber die Orangen-Riesen-Kundinnen und Kunden dürfen übergangslos weiter sammelnspielengewinnen. Da steht auch schon das Glücksrad, unter welchem man die Kassenbons scannen und angeblich tolle Preise gewinnen kann. Das Rad dreht sich und bleibt – beinahe immer – auf einem leeren Feld stehen.
Nur gestern nicht, erzählt mir meine Lieblingsmitarbeiterin Serpil: “Ein Älplerbrot für 2.60 hat er gekauft, der Glückspilz, und dann 1’000 Franken gewonnen. Bin ich neidisch.”

Nun regnet es in Strömen und ich bin froh, dass mich mein Schwiegersohn im Auto heim fährt.

Im Infokasten vor den Liften hängt eine Anweisung, wie die BewohnerInnen ihre Rollläden und Storen bei stürmischem Wetter zu Hause behalten können. Friederike würde sie nur zu gerne gen Osten tragen.

Letzthin habe ich die Schachtel mit den Bürsten, Lappen und Cremen hervorgeholt, um den Kleinkrähen die Schuhe zu putzen. Gespannt sahen sie zu, wie ich den Schmutz weg bürstete, dann Wichse auftrug und die Stiefel anschliessend mit einer weichen Bürste und einem Lappen polierte. “So macht man das!”
“Ja”, meinen die Kinder, “so machen sie’s auch im Comic.”

Nach einer fast schlaflosen Nacht bin ich am nächsten Morgen allein in der Bäckerei. Ich schiebe eben ein Blech Riesen-Zuckerplätzchen in den Ofen, als laut klirrend an die Glasscheibe der Landentür geklopft wird. Ich werfe die Ofenhandschuhe auf die Arbeitsplatte, stelle die Zeitschaltuhr am Herd, wische mir die Hände an der Schürze ab und sehe auf meine Armbanduhr: 5.35 Uhr …

Das bin natürlich nicht ich, sondern Hope, welche die Familienbäckerei nach dem Tod ihrer Mutter in Gang zu halten versucht.

Hier handelt es sich wieder einmal um einen hängen gebliebenen WMDEDGT?-Beitrag.
(Weitere pünktlich erschienene WMDEDGT-Beiträge auf der Website der In­i­ti­an­tin dieser Rubrik!)

So viel Kleinkram will nach den Festtagen erledigt werden!
Kleinstmädchen stülpt sich eine Plüschratte über das Fäustchen. Das Tier hat vier Nagezähne aus Filz, aber trotzdem sehen sie wie “der Zahn der Zeit” aus, der unermüdlich am neuen Jahr nagt.

Baum Pinie II
Kaum hat sich der Sturm etwas beruhigt, fahren Männer mit Fräsen, Sägen und Laubbläsern auf. An Ausschlafen ist nicht zu denken. Ich besprühe die jungen Piniensprösslinge mit lauwarmem Wasser. Vor drei Wochen steckte ich die steinharten Samen in die Erde. So winzig sie noch sind, duften sie doch schon nach Sommer und Süden.

Abbrotzen Abfall
Um den Stamm des Christbaums werden sich im Sommer Bohnen ranken. Der Schmuck kommt zurück ins Seidenpapier. Abfall wird getrennt entsorgt, schöne Geschenkpapiere und -bändchen aufbewahrt.

Hartbrot Ochs
Brotreste schneide ich in Würfel und trockne sie im Backofen zu weiterer Verwertung. OchsEselundSchaf mit Heiliger Familie kommen in Grossvaters Trögli.

Waschen With joy
Servietten, Tisch- und Handtücher ab in die Trommel. Niemand aus der Blogk-Familie mochte mir einen neuen Putzeimer zu Weihnachten schenken. Als Präsent zum Fest sei das wirklich nichts. So etwas könne man gleich besorgen: Roundflat, Clever Spin, Leifheit??
Der sogenannte Einfacheimer tut’s auch, besonders, wenn noch “Clean with Joy” draufsteht.

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