Heute und morgen werden die meisten von ihnen aus den Netzen befreit – hoffentlich.

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Zum letzten Vollmond des Jahres 2018

Nuit bleue

Paul Klee – Nuit bleue, 1937.
Foto: artnet, abgerufen am 18.12.2018)

Welt liegt im Winterkleid
Nebel grau weit und breit
Schwarz starrt der Wald.

Das ist das Lied, welches mir beim Blick aus dem Fenster einfällt. Obwohl wir in der Familie oft und schön zusammen sangen, bleibt mir dieser Kanon in Moll als absolutes Katzengejammer in Erinnerung.

Meine Morgenlektüre heute ist die Dezembernummer von M+W (Mieten + Wohnen). Da lese ich gleich im Editorial:

Wir erleben derzeit einen nie dagewesenen Versuch, den Mieterschutz auszuhebeln. [...] Ob es gelingt, hängt von unserer Entschlossenheit ab. So wie es aussieht, werden wir die drohende Demontage mit einem Referendum bekämpfen müssen. (Ralph Hug)

Als Mieterin hoffe ich natürlich, dass sich andere Mieter und Mieterinnen dem Verband anschliessen, am besten bevor sie Probleme mit ihrem Vermieter bekommen.

Am Nachmittag stürze ich mich dann doch noch ins Einkaufsgetümmel und komme abends mit zwei Kilo Clementinen, einem Eisbergsalat und einem neuen Smartphone nach Hause.
Kurz vor Ende der weihnächtlichen Sammelaktion kann ich mit einer gefüllten Stickerkarte ein Wichtelmädchen aus Plüsch einlösen, welches “Bibip” macht, wenn man auf das Knöpfchen in seinem linken Händchen drückt

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Aus fast nichts….

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Heute früh war bereits reger Betrieb im Forsthaus. Christbäume, Tannäste mit oder ohne Zapfen, Stechpalmzweige und Cheminéeholz wurden in Autos und Veloanhänger verladen. Unser Baum stand bereit, gerade frisch gefällt (sorry, lieber Baum).
Den Vormittag verbrachte ich mit zwei Frauen aus dem Café littéraire – darüber habe ich noch nie etwas geschrieben – bei Kaffee, Gipfeli und Kerzenschein. Wir besprachen Bücher, die wir im neuen Jahr in unserer Gruppe lesen könnten, einfacher gesagt: wir erzählten einander Teile aus Büchern, die uns gefallen hatten.
Mittags fuhr ich in die Stadt, um für die Kids Skisocken zu kaufen. Im Sportgeschäft wurde ich super beraten und weiss jetzt einiges über die diversen Modelle und Materialien,
ihre Vor- und Nachteile punkto Lebensdauer und geeignete Waschmethode: Merinowollene nur lauwarm schwenken, leicht auswringen, trocknen lassen.
Den Packtisch teilte ich mit einer sportlichen Mutter, die viele Socken und Handschuhe zu Geschenken verpacken wollte. Sie sei gleich weg, denn bei ihr müsse alles schnell gehen. Es sei völlig egal, wenn das Geschenkpapier an den Ecken reisse, sie mische die Pakete ohnehin unter andere und die Kinder würden die Löcher nicht beachten – Hauptsache Geschenk.
Die Frau fand dann doch, dass sie es eigentlich auch so machen könnte wie ich, die goldene Innenseite des Papiers einen Streifen breit nach aussen auf die rote Seite falten.
Als ich später in die Buchhandlung kam, war auch dort erfreulich viel Betrieb mit wirklich vielen, viele echten Büchern. Ich drehte meine Runden und kaufte dann drei nur weil sie so schön aussahen.
Als ich nach Hause ging, regnete es.

Und hier mein Adventstürföti “Murtensee von oben mit Berneralpen”, welches mir 2nd, female im Oktober geschickt hat:

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Einmal, ich war in der 9. Klasse, hängte die neue Klassenlehrerin ein Bild an die Wandtafel: dunkelblaue bis schwarze Quadrate und Rechtecke, in der Mitte ein leuchtend rosaroter Fisch. Etwas genervt fragte der Mathematiklehrer, ob uns Schülern diese Kunst gefalle. Ich sagte: Es komme vor, dass ich mich in seiner Stunde so fühle, wie der Fisch: im falschen Gewässer. Diese erste Begegnung mit der Malerei von Paul Klee kam mir in den Sinn, als ich heute das G-Doodle sah. Das Du Nr. 10 von 1948 (aus meiner Sammlung) ist dem Künstler gewidmet. Im Laufe des Tages habe ich mich durch die 76 kleingedruckten, vergilbten Seiten gelesen. Die Fotos der Bilder und des Künstlers sind noch gut erhalten.

Rolf Bürgi, Finanzberater und enger Freund des Künstlers, schreibt über Klees letztes Lebensjahr im Sommer 1939:

Die Kräfte, die bleiben, braucht er für seine Arbeit. Nur für sie lebt er noch.

Man kann nicht vermeiden, den drohenden Krieg zu erwähnen. Einen neuen Krieg werde er nicht ertragen, dann möchte er lieber nicht mehr leben.

Eines Tages geht meine Frau ein Stück mit ihm auf der Strasse, nur ein paar Schritte, aber der Kistlerweg steigt ein wenig an. Der gesunde Klee hatte es gar nicht bemerkt. Nun sagt er leise lächelnd: “Das ist jetzt mein Matterhorn.”

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Meine FreundInnen wissen, dass sie mir mit einem Foto von unterwegs eine Freude machen können. Sie kommen oft in einen Winkel dieser Welt, den ich mit meinem lädierten Sprunggelenk nie mehr erreichen könnte.
Diese georgische Tafel, serviert im Mukhrantubani Restaurant in Tiflis, hat mich dazu angeregt, etwas über das mir völlig unbekannte Georgien zu lesen – hoch interessant.

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La Sirène bleue im Aquarium de Paris.
Sie heisst Claire Baudet und schreibt, wenn sie nicht gerade taucht, ihre Doktorarbeit über den Mythos der Meerjungfrauen.

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Kann es sein, dasss 1837 für Paris eines der ereignislosesten Jahre des Jahrhunderts war? Nicht einmal ein Seinehochwasser konnte verzeichnet werden, keine Attentate, kein Kopfab mehr durch die Guillotine, die man nach einer gutbesuchten Abschlusshinrichtung zu Pflugscharen umfunktioniert hatte.
Bei so viel Ruhe liess eine Statistik nicht lange auf sich warten.
Doch dann, am 24. August, konnte die erste Eisenbahnlinie eingeweiht werden, die von Paris wegführte. Bereits am ersten Tag werden 18’000 Fahrgäste befördert.
Sicher waren darunter auch ein paar entlaufene Frauen – oder die 13 glücklichen Eheleute? (Wo bleibt der/die 14.?)

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Hinter der kleinen Kirche stürzt sich der Fallbach über die steile Fluh ins Tal. Das Wasser rauscht, die Totenglocke bimmelt mehr munter als traurig. Das Stockhorn ist nicht zu sehen, man ist zu nah an der Felswand. Das frische Grab ist mit einem grünen Flies bedeckt. Der engste Familienkreis hat eben erst meinen greisen Onkel Ernst beerdigt. Seit sechzig Jahren war ich nicht mehr in dieser kleinen mittelalterlichen Kirche, habe sie als feuchtkalte, dunkle Gruft in Erinnerung. Aber nein, die Trauergemeinde sitzt im Warmen. Während “der Pastor” die Verse aus Jesaja 43, 1-7 mit fester Stimme totprügelt – die Akustik ist bemerkenswert – betrachte ich die Decke, ein Kunstwerk des Zimmermanns und des Kerbschnitzers. Die mittelalterlichen Glasfenster leuchten in warmen Farben. Ein Chor singt. Dann spielen die Töchter und Enkelinnen ein Flötenstück, sehr feierlich. Den Lebenslauf, nun vom Pastor vorgelesen, hatte Ernst selber verfasst. Ein lieber, fleissiger, kluger und dankbarer Mensch war er, dieser angeheiratete Onkel. In meiner Erinnerung sitzt er auf seinem blitzsauberen Motorrad, trägt eine dieser gfürchigen Schutzbrillen mit runden Flaschenbödengläsern und eine Lederkappe.

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Das sollte man bei totaler Ermattung während der Arbeit öfters machen.

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In einem Magazin für edlen Weihnachtsschmuck – heuer mint, zartrosa und hellgrau – habe ich gelesen, dass es auch ein bisschen Kitsch sein dürfe. Also habe ich wieder Bethlehem-Engel-Karten in Hellblau, Pink und Lindengrün knuzeliert.
Da ich jedes Jahr ein bisschen im Verzug war mit den Wünschen zum glücklichen neuen Jahr, habe ich heute die ersten 23 Karten zur Post gebracht. Zu spät wünschen bringe Unglück. Aber wann ist eigentlich zu spät? Ist zu früh auch nicht gut oder freuen sich die Leute, wenn sie überhaupt Post erhalten?
Ich nehme es als ein gutes Zeichen, wenn ich den Engeln im Sommer bei Freunden an einer Schranktür, einem Badezimmerspiegel oder sogar aufgestellt auf einem Schreitisch begegne.

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In meiner Kindheit spannte Vater ein Netz über den Hühnerhof, damit der “Habk” die Küken nicht holen konnte. Der Habicht zog auch in seinem letzten Traum, den er uns erzählte, seine Kreise.
Ich liebe es, Greifvögel im Flug zu beobachten, und ist auf einem Buchumschlag ein solcher abgebildet, kann ich nicht widerstehen.
Als mein Enkel sich in der Schule einige Wochen mit dem Thema “Greifvögel” befasste, trug er meine Begeisterung mit Fassung.
Als er im Juni mit der Klasse eine Falknerei besuchte, schickte uns seine Lehrerin ein paar Bilder.

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Auf und davon

Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, liebe jüngere Tochter!

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Letzte Nacht und heute Vormittag brauste ein Sturm namens Marielou durch die Stadt. Es ist nass und kalt, so dass man am liebsten lesend im Bett bleiben möchte. Man könnte aber auch ein paar Sommerferienfotos anschauen und aus ihnen etwas Wärme tanken.
Hier zum Beispiel:
Mit luftigen Tüchern und Wäscheklammern vergrösserten wir in im Juli die Sonnenschirme, möglichst mit einem Durchblick auf den blühenden Oleander. In der Hitze, über mir ein weiter, wolkenloser Himmel, dachte ich an den kommenden Winter und wie willkommen mir dann so ein heisser Tag wäre.

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