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Anspruchsvoller Feinschmecker
Aus der Werbung:
Einzigartige Auswahl – wahrlich köstliche Leckerbissen – entzücken anspruchsvolle Feinschmecker – traditionelle Rezepte – elegante Varietäten – jeder Bissen ein wahrhaftes Geschmackserlebnis – Genuss, dem katz man nicht widerstehen kann.

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Früher habe ich Mitmenschen ein bisschen belächelt, wenn sie von ihren Katzen schwärmten. Das war noch vor dem Smartphone, da klappten sie ihre mit Fotos prall gefüllten Geldbeutel aus oder brachten Kätzchens Geburtstagsalbum mit an den Arbeitsplatz. Sie tranken natürlich ihren Pausenkaffee aus einer Katzentasse.

Im Laufe der Jahre habe ich mich geändert. Heute frage ich meine Freund*innen aus Interesse nach ihren Katzen und bedaure es ehrlich, wenn ein geliebtes Büssi in den Katzenhimmel geklettert ist. Über mich kann mensch auch lächeln, weil Garten und Balkon ein wichtiger Teil in meinem Leben sind. Meine Gartenfötis würden viele Alben füllen, und mein ganzer Bekanntenkreis bekommt zu den Festtagen ein KrautundRübenBild. Sogar Weihnachtskarten werden mit Blumen oder Samen geschmückt.

Die Nächte sind schon richtig kalt. Wir verbringen die warmen Stunden der Herbsttage im Garten und tragen abends den letzten Salat, die letzten Kräuter, einige Mangoldstengel und ein paar Dahlien nach Hause.

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In den vergangenen Tagen mochte ich mir kein Adventstürchen ausdenken. Alles schien mir einfach zu trist.
Wir brachten gerade eine Quarantäne zu Ende, bevor wir gleich in die nächste sausten. In den paar Stunden dazwischen kaufte ich mit meinem Schwiegersohn beim Förster einen prächtigen Weihnachtsbaum. Dieser steht jetzt auf meinem Balkon, und wahrscheinlich wird er erst an Silvester geschmückt werden können.

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Immer und immer wieder drücken die Baumwurzeln durch den asphaltierten Pausenplatz nach oben. Selbst zarteste Gräser jeglicher Art entwicklen Riesenkräfte und durchbrechen den Belag.
Bevor die Schule beginnt, rückt mann Wurzeln und Gräsern zu Leibe mit einer heissen, teerigen Masse …

Garaus

… und macht damit jeder Himmelsstürmerin und jedem Himmelsstürmer den Garaus.
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Eigentlich sollte dieser Beitrag „Katzenjammer“ heissen und davon handeln, dass ich es satt habe, in den Gewursteltopf der „Risikogruppe“ geworfen zu werden.
Am 27. Februar verlängerte ich mein ÖV-Abo und habe es seither nie mehr benutzt. In diesen 13 Wochen ist es den Zuständigen nicht gelungen, die Gruppe der Vulnerabeln auseinander zu dröseln. Jahrelang musste ich lesen und hören, wie die Alten die Gemeinschaft – besonders finanziell – belasten. Mir darf man ins Gesicht hinein sagen, dass Spitäler und Pflegekräfte nicht von coronakranken Alten belegt werden sollten. Das würde ich verstehn. Stattdessen labbert man heuchlerisch von „Schutz“, und jeder und jede plappert das nach. Im Zusammenhang mir der Eröffnung des Schwimmbades am 25.05. meldet das Sportamt der Stadt Bern: „Die Risikogruppe wird gebeten, zu Hause zu bleiben.“

Aber nun zu etwas anderem.
In den vergangenen Wochen haben mich die Blogeinträge der Verfasserinnen und Verfasser meiner Blogroll „verbunden“ immer wieder aufgerichtet.
Danke vielmal und schreiben Sie bitte weiter!
Als ich z.B. diesen Blogeintrag las, sagte ich: „Herzerwärmend!“ (Seit einiger Zeit führe ich ziemlich laute Selbstgespäche).

Kinder

Ein Foto aus meiner Archivschachtel: Zwei meiner Lieblinge auf dem „Chatzer grutaot“ im Kibbuz Daliah.

Foto: Chris Mirsch, 1967

Nun taten wir es wieder, obwohl ich vor Jahren „nur über meine Leiche“ sagte!
Wir mussten – aus finanziellen Gründen – Kleinesmädchen in der schlechtesten Schule der Stadt anmelden. Auf dem Anmeldeformular konnte man ankreuzen, ob man den Schulstart des Kindes über den Kindergarten oder die Basisstufe (Kindergarten mit Verbindung zur 1. und 2. Klasse) wünscht. Unserer Jüngsten angepasst wählten wir die Basisstufe.
Am Samstag kommt der vom Kind langersehnte Brief: Kleinesmädchen erhält ohne jegliche Erklärung keinen Platz in der Basisstufe.
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Ein eisiger Wind pfeift mir um die Ohren, als ich heute so gegen halb sieben vor das Haus trete.
Unbeschreiblich, nach sechs Tagen in der Wohnung wieder draussen zu sein! Die Fensterläden in der Reihenhaussiedlung sind noch geschlossen. Nicht mal ein Hund wird an diesem biesigen, grauen Tag ausgeführt. Abstand halten ist für mich so kein Problem. Ohne jemandem zu begegnen, bin ich nach ca. 170 Metern im Garten. Wie hatte ich ihn vermisst. Ich jäte, lockere hier und dort die Erde, verteile Kompost, decke das Beet mit den Kefen ab, um diese vor den Katzen zu schützen und ernte Nüsslersalat fürs Abendessen. Manchmal schlägt die Kirchenglocke ohne sonntägliches Läuten – sogar für mich als seltene Kirchengängerin ungewohnt und zusammen mit der Stille im Quartier bedrückend.
Es wird heller. Bei all dem „Grümschelen“ merkt nur mein Handy, wie kalt es ist und weigert sich, zu fotografieren. Nach drei Stunden mache ich mich auf den kurzen Heimweg. Die Frau mit dem kleinen Hund grüsse ich von Weitem. Im Lift drücke ich den Knopf mit dem Handschuh.
Zu Hause mache ich mir ein Frühstückzmittag wie es Frauen in meinem Bekanntenkreis und Alter scheint’s jeden Tag zum Kreuzworträtsel, der Zeitung, dem Sudoku essen: Brot, Butter, Käse, Müsli mit Joghurt, Frucht, ich ohne gekochtes Ei.
Dann wasche und rüste ich den Nüsslersalat, was etwas dauert und eher eine „Niveliarbeit“ ist.

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Auf dem früheren Feld „Blumen zum selber Schneiden“ sind die Neubauten seit Ostermontag um zwei Stockwerke gewachsen. Weiter ins Tal – von uns „Täli“ genannt – hinein und hinauf sind die Wiesen saftig grün. Neben Schafen und Katzen strecken schottische Hochlandrinder und schwarze Angus-Mutterkühe ihre Nasen ins Gras. Leichter Regen fällt, wir sagen dem „töiderle“.
Wie immer, wenn’s auf den Langen Berg geht, bleiben wir auch heute in der vorgeschriebenen Geschwindigkeit ein Verkehrshindernis. Ab und zu hält die Fahrerin deshalb an einer geeigneten Stelle an, damit die Pressierten überholen können. Auf der Höhe angekommen ist nichts mit Bergsicht. Schwere Wolken hängen über den schneebedeckten Graten.
Trotzdem ist heute der Tag, an welchem wir die Eltern-, Grosseltern-, Urgrosselterngräber bepflanzen.
Eeendlich!
Aschermittwoch, die Passionszeit, Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag, Ostern, Ostermontag, ja, sogar Muttertag blieben die Gräber ohne jegliche Blust.

Der Friedhof ist menschenleer und eine unerwartete Tristesse befällt mich, die nicht mit dem trübkaltnassen Wetter zusammenhängt. Immer mehr Gräber werden mit Zierkies und Ziersplitt zugeschüttet gestaltet. Trostlose Bienenwüsten. Krass könnte man sich fragen: „Wo gibt es für eine Biene einen besseren Platz zum Verhungern, als auf einem Friedhof?“
Ein alter Mann pflanzt einen Rosenstock auf ein Grab. Letzte Woche war er in Italien, erzählt er. Costa Ligura mit San Remo. Zum ersten Mal am und im Meer. Kalt, aber wunderbar.
Ja, jeder mache es dem anderen nach mit diesem „Grien“ auf den Gräbern. Das sei auch so mit dem Gras Mähen. „Hütigtags“ werde so oft gemäht, dass die Gräser nicht mehr absamen könnten. Schon jetzt gebe es nur noch Löwenzahn. Wenn einer mähe, mähe der ander einmal mehr und so gehe mit den Jahren alles dahin. Leider können wir dem Mann nicht widersprechen.

Auf die Elterngräber pflanze ich eine Erdbeerstaude neben Nelken, Lavendel, Thymian und Glockenblumen, streue noch ein paar Ringelblumensamen dazwischen.

In der Kirche übt der Organist ein Kleines Präludium von J.S. Bach. Er werde es an einem Konzert am 20. September in der Kirche Uetendorf spielen. Wir seien dazu eingeladen.

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Aus allen Seitengässchen tauchen sie auf, die in Regenkleider verpackten Gestalten mit ihren gestiefelten Winzlingen an der Hand. Die Parkplätze sind « complet ». Eine lange Warteschlange ringelt sich ungeduldig vor dem Eingang zum Sea-Aquarium. Die jungen Katzenhaie werden sich heute nicht über mangelnde Streicheleinheiten zu beklagen haben. Graue Wolken versprechen noch mehr Regen. In den Weinbergen von Listel, die keine Berge, sondern eine sandige Ebene sind, gruppiert sich eine Schar Senior*Innen um ihren Reiseleiter – bunte Regenjacken in hellgrünen Rebstöcken. Vor dem Stadttor fotografieren asiatische Gäste, in durchsichtige Plastikumhänge gehüllt, die Tauben in den Mauernischen und die Topfpflanzen in den Stadtfarben gelb, rot, blau.
Die Flamingos haben sich an den Schilfgürtel des Etangs zurückgezogen. Zwei Graureiher mit Hälsen wie ausgebleichtes Schwemmholz stehen regungslos am Ufer des Kanals. Im Hafen werden die Boote geschrubbt, der Verkehrskreisel bekommt eine neue Gestaltung und die Umleitungen im Städtchen wegen Strassenarbeiten bringen ein bisschen Chaos zwischen Marktstände und Strassencafés.
Die Rösslispielfrau, seit Jahren mit griesgrämigem Gesicht (verständlich, weil chronische Rückenschmerzen), bringt ihr zweistöckiges Karussell für Kleinmädchen in Fahrt. Ich fahre als Begleitung gratis mit.
Zusammen mit den hungrigen Kleinkrähen setze ich mich auf dem Platz vom Heiligen Louis unter einen Sonnenschirm, in dessen Gestänge Heizröhren montiert sind. So wohlig von oben gewärmt essen wir gebratenen Schafskäse auf Salat, Pommes und Zitronenkuchen.

X-mal öffnete ich letzte Woche die Wetterapp der Region Bouche du Rhone: Regen, Wolken, Kälte, nur wenig Sonne. Die Zeitung riet, die Osterferien auf der wärmeren Alpennordseite zu verbringen. Sicher wären unsere Nasenspitzen, hätten wir den Rat befolgt, wärmer geblieben, aber auch über kalte Nasenspitzen lässt sich hinaus sehen.

Tomi Ungerer

Er war eine sehr stolze, klassenbewusste Katze, die sich nie zu so niedrigen Aufgaben wie Jagen herabliess. Er hattte die edle Präsenz einer Pharaonenmumie, als wäre er soeben einer Hieroglyphe entstiegen.
Wir hätten zu seinem Gedenken eine Pyramide bauen sollen.

Tomi Ungerer über seine Birmakatze Heidsieck, in „Katzen“, Diogenes 1997, ISBN 3-257-02063-5.
Foto (1973) aus diesem Buch ohne Angabe des Urhebers/der Urheberin.

Welt liegt im Winterkleid
Nebel grau weit und breit
Schwarz starrt der Wald.

Das ist das Lied, welches mir beim Blick aus dem Fenster einfällt. Obwohl wir in der Familie oft und schön zusammen sangen, bleibt mir dieser Kanon in Moll als absolutes Katzengejammer in Erinnerung.

Meine Morgenlektüre heute ist die Dezembernummer von M+W (Mieten + Wohnen). Da lese ich gleich im Editorial:

Wir erleben derzeit einen nie dagewesenen Versuch, den Mieterschutz auszuhebeln. […] Ob es gelingt, hängt von unserer Entschlossenheit ab. So wie es aussieht, werden wir die drohende Demontage mit einem Referendum bekämpfen müssen. (Ralph Hug)

Als Mieterin hoffe ich natürlich, dass sich andere Mieter und Mieterinnen dem Verband anschliessen, am besten bevor sie Probleme mit ihrem Vermieter bekommen.

Am Nachmittag stürze ich mich dann doch noch ins Einkaufsgetümmel und komme abends mit zwei Kilo Clementinen, einem Eisbergsalat und einem neuen Smartphone nach Hause.
Kurz vor Ende der weihnächtlichen Sammelaktion kann ich mit einer gefüllten Stickerkarte ein Wichtelmädchen aus Plüsch einlösen, welches „Bibip“ macht, wenn man auf das Knöpfchen in seinem linken Händchen drückt

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Ein paar Katzensprünge oder 1 Bushaltestelle vom Block weg und schon sind wir am See. Am Wohlensee, einem Stausee, gespiesen von der Aare und einigen kleinen Bächen, gibt es das ganze Jahr hindurch die unterschiedlichsten „Vögel“ zu beobachten. Nicht wenige lassen sich zu Gedichten inspirieren, schreiben Krimis, malen und fotografieren oder beobachten ganz einfach andere Vögel.
Bei so viel allseitiger Liebe und Begeisterung für den See braucht es natürlich auch jemanden, der für Ordnung sorgt, damit Störungen jeglicher Art im grünblauen Bereich bleiben.

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Meine Mutter hielt ständig Ausschau nach einem Nebenverdienst, damit das schmächtige Einkommen aus dem Bergheimetli etwas „Schmutz“ (Fett) ansetze. Wie sie auf die Chinchillazucht kam, weiss ich nicht mehr, wahrschenlich durch „Die Grüne“, eine Bauernzeitung, denn in der ganzen weitläufigen Gemeinde gab es wahrscheinlich niemanden, der auch nur den Namen dieses Tieres aussprechen konnte.
Chinchillas seien äusserst heikel aufzuziehen, aber man könne damit sehr gut verdienen. Aus ihren Fellen würden die exklusivsten Pelzmäntel genäht.

Die Vorstellung, die engen Stuben des Bauernhauses mit Käfigen voll gestellt zu bekommen war mir ein Gräuel, fetter Verdienst hin oder her.
Ob der Käfig mit den Hamstern, der eines Tages auf dem Oberen Ofen (Sitzofen) in der Wohnstube stand, ein kostengünstiger Probelauf für die Chinchillas war, weiss ich nicht mehr. Die Hamster wurden zum Glück schon bald von unseren Katzen gefressen, da wir Bauernkinder mit solchen Haustieren keine Erfahrung hatten und wahrscheinlich dachten, die Hämsterchen würden ihr Käfigtürchen vor dem Zubettgehen selber schliessen.
Mit der Chinchillazucht wurde es dann nichts. Die idealen Voraussetzung dazu könnten wir nicht bieten, meinten die Chinchillaexperten.

Letzte Woche las ich einen Bericht über den Chemiker Albert Hofmann, welcher vor 75 Jahren für seinen Arbeitgeber Sandoz das LSD aus dem hochgiftigen Mutterkorn synthetisierte. (Der Bund, 08.09.2018)
Dabei erinnerte ich mich an einen früheren Nebenerwerbs-Versuch meiner Eltern.
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Unsere Kleinkrähen sind in Sand, Sonne, Salz- und Süsswasser gewachsen, besonders an den Füssen.
So flattern Vater und Grossmutter mit ihnen durch die Läden – Mama sitzt bereits in einer Lehrerinnenkonferenz – und besorgen neue Turn- und Hausschuhe, dazu radierbare Tintenroller mit Ersatzpatronen, verschiedenfarbige Leuchtstifte, Leimstifte usw. fürs neue Schuljahr. (Alles „nämele“ nicht vergessen!)
Nach einer Glace-Kaffee-Pause beim Orangen Riesen kaufen wir ein paar Erica gracilis für die Gräber ihrer Urgrosseltern.

Auf der Fahrt durchs Köniztal hinauf auf den Langen Berg entgeht uns keine mausende Katze und keine Kuh- oder Schafherde, sei sie noch so weit entfernt. Nicht, dass ich solche Stotterfahrten auf Landstrassen liebe, wo neben jedem Kalb angehalten oder mindestens langsamer gefahren werden muss, aber meine Enkel wollen alles genau sehen. Weshalb sollten wir Erwachsenen bei so viel Interesse am Landleben nicht riskieren, von einem eiligen Einheimischen gerammt zu werden?
Erreicht man dann die Höhe des Hügelzugs, hat man einen unglaublichen Blick über das Gürbetal, die Voralpen bis ins Freiburgische, die Berner Alpen hinein ins Luzernische und über Hügel und Wälder hinweg auf den Thunersee.
Nachdem wir weiter unten an Herden mit schwarzen Kühen (Angus?) vorbei gekommen sind, grasen hier oben schwere, hornlose Tiere mit weissem Fell (Charolais?). In meiner Jugend war ein einziges graues oder braunes Chueli im Stall ein Grund, nicht in den Milchverband aufgenommen zu werden.
Bei den Simmentaler Flecken mit den Glocken auf der Weide vor dem Tannwald müssen wir natürlich auch eine Fotopause einlegen – ich, als Beifahrerin mit unruhigem Blick in den Rückspiegel.

Das Dorf mit seinem Einfamilienhausfortsatz ist wie ausgestorben. Nur ein wanderndes Paar strebt der Postautohaltestelle zu. Eine Erfrischung am Dorfbrunnen ist nicht möglich. Der Trog ist ausgetrocknet. Ich erinnere mich nicht, ihn je so ungastlich gesehen zu haben. Ist die speisende Quelle versiegt? Hat man ihm das Wasser abgegraben?

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katzenmusik

Dem Künstler nachträglich gute Gesundheit und viel Schönes zum neuen Lebensjahr!
Den LeserInnen wünsche ich viel Freude beim Üben von Weihnachtsliedern, mit oder ohne Katzenbegleitung.

Es regnet wie aus Kübeln, als wir durch den Wald und dann durchs Dorf fahren. Kein Mensch ist bei diesem Wetter unterwegs. Ah, doch, vor dem „Bären“ steht ein Resecar aus Österreich, in welchen süferli eine Gruppe Rentnerinnen und Rentner einsteigen. Dann ist das Dorf wieder ein Juli-Kalenderblatt mit üppigen Geranien auf Fenstersimsen. Kein Licht in den Atelierfenstern des behäbigen Bauernhauses der Kirche schräg gegenüber. Der Kunstmaler sei nach 24 Jahren Landleben ausgezogen in einen 22. Stock in der Stadt, mit Frau, fünf tietischen Tempelhunden und drei Langhaarkatzen. Jetzt male er bunte, ineinander geschachtelte Hochhäuser und keine Munis (Stiere) mehr mit Tigerfell und tanzenden Kobolden auf dem Rücken. Ich schweife ab …
Der Dorfbrunnen plätschert. Ich fahre mit der Hand durchs kühle Wasser. Früher gehörte Albert ein Teil dieses Wassers, ich glaube, 1/7. Ich schweife ab …
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Erneut seien am 4. Dezember wieder welche entwischt. Kleine, ovale, schwarze aus Plastik. So wie 2010, als Millionen von ihnen sich in den Oberländer Gewässern herumtrieben. Sie hatten sich, damals wie heute, durch den künstlichen Tropenbach in die Engstlige und weiter in die Kander treiben lassen. Im Thunersee verteilten sie sich dann zu x-Millionen zwischen Hecht, Egli und Seeforellen.
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Der Bericht von Vered, einer Blogk-Leserin aus Israel, wurde als Kommentar zu diesem Eintrag geschrieben. Er erreichte mich nach meinen Ferien und soll als „Anhang“ an einen älteren Beitrag nicht übersehen werden.

Sälü 1st,
auch ich hätte gerne ein Wort von dir zum „Nahen Osten“ gelesen und bin ehrlich gesagt enttäuscht über dein Schweigen. Dass du dich nicht gerne Leuten (und Gazetten sowie TV-Menschen) aussetzest, die wie Gott alles wissen, nur besser, kann ich begreifen. Aber dass du darauf verzichtest, dich zu informieren und auch jenen „dort unten“ vielleicht einen Gedanken zu schenken – das tut weh.
Damit du verstehst, was ich meine, füge ich einen kurzen Abschnitt aus meinem alten Blog bei (Nov. 2012, könnte aber auch von heute sein):

Ein Verwandter in der Schweiz pflegt von Zeit zu Zeit anzurufen, ein „Wie geht’s? Wie steht’s?“ Gespräch. Ausgerechnet jetzt hörte ich aber keinen Pieps mehr von ihm. Da rief ich an, ob bei ihm alles in Ordnung sei… Oh er sei so froh, mich zu hören, sie machten sich soooo Sorgen um mich. Ich: Dem könntet ihr aber leicht abhelfen. Anruf genügt! – Ja, er habe das nicht gewagt. – Warum nicht? – Aus Furcht, mir zu schaden, da bei uns doch die Telefone überwacht würden! – Ich griff mir an den Kopf. So sieht er Israel? Als Staat, in dem einen die blosse Tatsache, dass man Anrufe aus dem Ausland bekommt, gefährden kann? Als Polizeistaat, in dem jeder Bürger dauernd bespitzelt wird? Woher hat er bloss diesen Stuss, diesen Quatsch, diesen Blödsinn? Das Gespräch hat mich sehr niedergeschlagen. Ein starkes Gefühl der Entfremdung packte mich, der Unmöglichkeit von Kommunikation, als lebte ich auf einem anderen Planeten.
Ich habe seitdem nicht mehr gebloggt. Andere tun es besser, als ich konnte.
Hier einige gute Adressen, die anzutippen sich lohnt (wenn du dich noch für Israel und die Menschen hier interessierst). Frauen aus D und CH schreiben aus ihrem Alltag, jede aus ihrem Gesichtswinkel.

Die Altmeisterin ist Lila, eine mit einem Israeli verheiratete Deutsche, ehemalige Kibbuznikit, Kunsthistorikerin, Mutter von vier Kindern, von denen drei ihren Militärdienst schon geleistet haben. Sie ist besser informiert als viele Berufsjournalisten und schreibt sachlich, lebendig und konkret.
Empfohlen seien ferner: Eine Lehrerin und Übersetzerin aus dem Berner Seeland, junge Mutter, lebt offenbar nicht weit von Sderot.
Noch eine junge Mutter, aus Bayern, künstlerisch begabt, eigentlich nicht politisch , aber jetzt …
Blick auf die Welt – von Beersheva aus (M.A. Neuere Geschichte, Literatur, Theaterwissenschaft). Ausgezeichnete Ergänzung zu Lilas Blog, da weiter „rechts“ positioniert. Recherchiert sorgfältig und umfassend.
Zum Judentum übergetretene Sozialarbeiterin aus Deutschland, sehr fromm. Schöner, subjektiver Blog.
Mittdreissigerin aus Süddeutschland, „Bibliomanin“, zwei Kinder. „Eigentlich wollte ich nur mal mit eigenen Augen sehen, warum dieses Land auf so viele Menschen einen so großen Reiz ausübt. Bereits nach wenigen Tagen war es um mich geschehen“.
Eine gute Ergänzung ist die Stimme einer in Ostdeutschland aufgewachsenen jüdischen Berlinerin, wach, unabhängig denkend.
Wichtig ist auch der Kollektivblog, geschrieben von einem Team von 5-6 Leuten.

Noch etwas: Wenn du noch Verbindung zu Menschen in deinem früheren Kibbuz oder sonst in Israel hast – lass ein Wort hören. Du weisst nicht, was das für uns ausmacht.

Die Blogs:

Letters from Rungholt: http://rungholt.wordpress.com/

Kinder, Katzen und Kakteen: http://chutzpi.wordpress.com/

Gan Eden: http://travelganeden.wordpress.com Saskia

Blick auf die Welt – von Beersheva aus: http://beer7.wordpress.com/

Giur, Israel, Volontariate und mehr …: http://noa50.blogspot.co.il/

Fragmente: http://fragmentage.blogspot.co.il

Irgendwie jüdisch: http://irgendwiejuedisch.blogspot.co.il/

Spirit of Entebbe: http://spiritofentebbe.wordpress.com/

Jeden Abend telefoniert Frau Stoll aus dem 11. Stock mit ihrer Tochter in der Innerschweiz. Nun ist die Neunzigjährige während des Gesprächs über das Telefonkabel gestolpert. (Kabellos kam für sie nie in Frage). Der Hausmeister, bereits im Pyjama, erhält von Frau Stolls Tochter einen Notruf. Eilig zieht er sich an. Für solche Fälle hat er einen Wohnungsschlüssel von den Angehörigen erhalten.
Er findet die Gestürzte ins Kabel verwickelt auf dem Boden vor dem Küchentisch.
Zuerst stellt er sich der Frau vor und sagt, dass er ihr jetzt helfen werde aufzustehen. „Ja, ja, Sie sind der mit den schönen Zähnen“, meint Frau Stoll und lässt sich stützen, während der Hausmeister am Handy die Tochter hinter den sieben Bergen beruhigt.
Eigentlich kam die alte Frau in die Küche, um etwas zu essen, aber es ist nichts da. „Mögen Sie Reis? Ich habe für meine Kinder welchen gekocht und hole Ihnen gerne etwas.“ Hurtig bringt der Hausmeister Reis und Gurkenscheibchen, setzt Wasser für Kaffee auf.
Frau Stoll fühlt sich wohl und erzählt trotz der späten Stunde munter von ihren Lieblingen, den Katzen. Alles in der Wohnung ist mit Katzenbildern geschmückt, natürlich auch der Lavabostöpsel. Auf dem Tischset ist eine Aarelandschaft mit grüner Wiese abgebildet und darauf ein winziger roter Punkt. Das sei ihr VW Golf, den man ihr weggenommen habe. Noch immer schmerzt die Trennung von ihrem geliebten Auto. So etwas verkraftet man nie mehr. „Sie müssen den Kaffee trinken, solange er noch warm ist,“ sagt der Hausmeister. Nein, ins Altersheim möchte Frau Stoll nicht, da sind lauter fremde Leute. „Aber ich bin doch auch fremd und nun reden Sie schon nach wenigen Minuten mit mir,“ gibt der Hausmeister zu bedenken, „Sie würden dort viele antreffen, die sich mit Katzen auskennen und Sie wären nicht mehr allein.“
Wer weiss, vielleicht kommt es einmal so weit, aber nicht jetzt, jetzt möchte Frau Stoll noch ein bisschen Musik hören von ihrem besonderen Liebling. Der Hausmeister hilft mit der CD, wünscht eine gute Nacht und verspricht, am Morgen wieder vorbei zu schauen.
Den nächsten Abend wird „Aeschbi“ übernehmen, bis dann wieder die Tochter aus dem Innern der Schweiz anreist, um sich um die Mutter zu kümmern.

Es war einmal
(Foto: Teze Gaya)

Trotz den modernen Errungenschaften, welche Papier überflüssig machen, stapeln sich auf meinem Tisch, in Mäppchen oder mit bunten Klammern zusammengehalten, die Blätter und Fötzel. Ab und zu mache ich Ordnung so wie heute, denn irgendwie habe ich auch immer mein Ableben vor Augen.

Vor mir liegen einige Seiten aus dem „Bund“ vom 11. Mai. Es geht um die Quote für Schweizer Schüler, d. h. darum, wie Schulklassen so gemischt werden können, dass mindestens 30 % der Schülerinnen und Schüler deutschsprachig sind und die selbe Fremdsprache nicht von über 30 % gesprochen wird. Was in Basel gerade mehr oder weniger hitzig diskutiert wird, ist in Bern zum grossen Glück weder „Thema“ noch „Problem“, sondern laut der Leiterin des städtischen Schulamtes Frau Hänsenberger bloss eine „grosse Herausforderung“.
Da die Schulen in meinem Quartier die am höchsten belasteten, also die absolut schlechtesten der Stadt sind – Entschuldigung Frau Hänsenberger – habe ich ein Problem, das mir schwer auf dem Magen liegt.
Bald müssen meine Enkelkinder eines dieser „Heissen Schulhäuser“ (Patrick Feuz, Bund 11.05.13) besuchen. Ausser einer Privatschule oder einem Umzug in ein anderes Quartier gibt es null Ausweichmöglichkeiten:

«Wir arbeiten nach dem Prinzip der kurzen Wege», sagt Frau Hänsenberger. «Die Kinder sollen dort zur Schule gehen, wo sie wohnen. Und das Umfeld in der Schule soll dasselbe sein wie in der Freizeit.»

So ist wenigstens von Amtes her dafür gesorgt, dass die Bern-West-Kinder unter sich bleiben und möglichst keine Anregung von aussen erhalten. Unterdessen wird hauptsächlich mit dem Sozialindex gewerkelt, d.h. werden Lektionen für besondere Massnahmen und Sozialarbeit errechnet, was im besten Falle mehr als nichts ist. Da jedes Jahr zahlreiche neue Kinder ohne oder mit nur mangelhaften deutschen Sprachkenntnissen eingeschult werden, darf die soziale Durchmischung, vorgeschrieben im städtischen Schulreglement, bis zum Sankt Nimmerleinstag „angestrebt“ werden.

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