Foto: Susanne H., meine Nichte

Der Mond ist aufgegangen.
Ich, zwischen Hoff- und Hangen,
rühr an den Himmel nicht.
Was Jagen oder Yoga?
Ich zieh die Tintentoga
des Abends vor mein Angesicht.
Peter Rühmkorfs Variation auf ‹Abendlied› von Matthias Claudius, 1962
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Rochel hatte schon lange nicht solch eine Nacht gesehen. Der Mond spazierte mitten am Himmel, und um ihn herum waren tausend Sterne ausgeschüttet, glitzernde Brillanten. Die Luft warm, leicht und frisch, kein bisschen Wind …

Aus: Scholem Aleijchem: Stempenju, Ill.: Anatoli Kaplan

Leipzig : Reclam, 1989
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I, diesen Feiertag hätte ich beinahe übersehen, Entschuldigung, liebe Eisbären Wandernde, wie euch die Inuit respektvoll nennen!
Den Weltpinguintag im April werde ich ankündigen, damit diejenigen, welche dieses Jahr auf Ostern verzichten möchten, eine sinnvolle Feiertagsalternative prüfen können.

Zeichnungen: Briggs, Raymond : Der Bär, Lappan 1994, ISBN 3-89082-137-5

In seiner Kabine auf der Santa Maria führte Columbus das Logbuch der Reise.Tatsächlich führte er zwei Logbücher. In einem verkürzte er die Entfernungen, um die aufsässige Mannschaft zu beruhigen.
Aus: Sis, Peter: Folge deinem Traum – Die Geschichte des Christoph Columbua, Hanser 1992, ISBN 3-446-16515-0


Zudem hat der Mond einen grossen Einfluss auf die Luft und Witterung der Erde und durch sie auf Gewächs, Tiere und Menschen. Jedermann weiss, dass sich am liebsten um die Zeit der Mondwechsel das Wetter ändert und bricht.
Wenn wir Kalendermacher den Mond nicht hätten, wir könnten nicht jahraus, jahrein und wer’s verlangt, von Tag zu Tag, das Wetter also voraussagen, dass es manchmal wunderbarlich eintrifft.
Ja, der Hausfreund getraut sich zu behaupten, dass noch andere und ganz kuriose Veränderungen auf dem Erdball vorgehen könnten, wenn einmal der Mond rebellisch werden und nimmer kommen wollte.

Johann Peter Hebel (1760-1826) aus: Der Mond, it 956, 1986
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Etwas gleitet im Mondlicht dahin. Wer ist das nur?
Wer ist denn so spät in der Nacht noch unterwegs?

Aus: Schubert, Ingrid und Dieter: Nikolaus oder Weihnachtsmann?, 1990, ISBN 3-7941-3309-9

Blue Moon

Die Menschen verstecken sich, ein jeder verschliesst die Tür, meidet seine Nachbarn und betet zu Gott, er möge sein Haus verschonen. Man redet nicht mehr miteinander. Hastiges Flüstern hinter der vorgehaltenen Hand …

(Text aus: Auf der Gasse und hinter dem Ofen – Eine Stadt im Spätmittelalter, Verlag Sauerländer 1995)

Das Original des Grafikers Joerg Müller hängt seit Jahren etwas versteckt im „Bibliothekli“, wie die Jungkrähen das Zimmer mit meiner Bilderbuchsammlung nennen. Diese winterliche Prozession der Mönche durch eine von der Pest gebeutelten Stadt des Spätmittelalters schien mir passend für die heutige Zeit, in welcher einsam gestorben und in Lagerhallen aufgebahrt werden muss.

(Programmvorschau Nord Süd Verlag, Herbst 2020)

Weil dieses Jahr keine herkömmliche Frankfurter Buchmesse stattfinden kann, ein kurzer, dankbarer Blick zurück auf herrliche Oktobertage mit Büchernärrinnen, Tausenden von Neuerscheinungen, „Berühmtheiten“ ganz aus der Nähe, Gespräche und ein Glas Wein mit VerlegerInnen, müden Füssen, matschigen Sandwiches, Übernachten im Hotel Central in Wiesbaden im Mobiliar der 40er-Jahre, den feinen Schrippen neben Gummibäumen und Usambaraveilchen und – Zeiten vor dem Internet – den bleischweren Koffern voll mit Verlagsvorschauen für unsere Buchhandelskundinnen, die wir mit letzter Kraft in die Schweiz schleppten. Und nicht zu vergessen, die Deutsche Bundesbahn, die Garantie für die tollsten Abenteuer auf Schienen.

… sagt Baldula das Gespenst zu den Kindern:
„Dank euch habe ich grossen Spass gehabt bei König Babar. Aber ich muss schon sagen, dieses aufregende Leben ermüdet mich. Ich kehre nun auf mein Schloss zurück.“

Babar

Aus: De Brunhoff, Laurent: Babar und das Gespenst, Diogenes 1981

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Sternennacht

Seit seiner Ankunft in Arles am 8. Februar 1888 kreisen Van Goghs Gedanken ständig um den „Nachteffekt“. Im April 1888 schreibt er seinem Bruder Theo: „Ich brauche eine Sternennacht mit Zypressen oder vielleicht über einem reifen Weizenfeld“. Im Juni äußert er dem Maler Emile Bernard gegenüber: „Wann werde ich endlich diesen Sternenhimmel machen, an den ich immer denken muss?“ und im September schreibt er seiner Schwester: „Es will mir oft scheinen, dass die Nacht noch farbiger ist, als der „Tag“. Im gleichen Monat verwirklicht er dann endlich das Projekt, das ihn schon so lange verfolgt.

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rusalka

Silberner Mond du am Himmelszelt,
strahlst auf uns nieder voll Liebe.
Still schwebst du über Wald und Feld,
blickst auf der Menschheit Getriebe.

Aus: Rusalka – Lyrisches Märchen von Antonin Dvořák.
Aufgeführt 2017/2018 in der Oper Leipzig
Rusalka: Olena Tokar
Foto: Kirsten Nijhof 2017

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… in dieser sonderbaren Zeit.
Letztes Wochenende las ich in der Zeitung, dass „die Alten ab Montag wieder am sozialen Leben teilnehmen dürfen, natürlich mit den gegebenen Vorsichtsmassnahmen“. Merci vielmal, ihr Erlauber, aber auf Kommando ist das gar nicht so einfach. Für die Tramfahrt zur Dentalhygienikerin – seit Jahren am selben Ort direkt an meiner ÖV-Linie – hielt ich im Fahrplan nach Hindernissen Ausschau wie Baustellen, Unterbruch der Geleise oder Verschiebungen der Haltestelle.
Die Zähne waren sehr gut und bald auch blitzsauber. Ohne den traditionellen Zwischenhalt in der Buchhandlung strebte ich gleich nach der Behandlung meinem heimischen Quartier zu, ein bisschen erschrocken über den Ausflug ennet die Kirchenfeldbrücke.

Anfangs der Woche schien der Mond schon wieder hell auf mein Bett. Heute verbirgt er sich voll hinter den regenschweren Wolken.

Zum zauberhaften Animationsfilm, von dem ich leider nur den Trailer veröffentlichen darf:

Marooned tells the story of a cantankerous and selfish robot named C-0R13. Stranded on an abandoned lunar outpost, C-0R13 longs to return to Earth. With a partially built ship and his last power source, this determined robot will stop at nothing to achieve his goal. When C-0R13 accidentally stumbles on a deactivated robot named A-L1C1A, his character and his mission are put to the test when his naive little friend helps him learn what it truly means to be selfless.

Text: AWN.com

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… Und Grossmutter? Sie habe immer weggewollt, sagte sie, zu aufwendig sei es, hier Landwirtschaft zu betreiben. „Irgendwohin, wo die Weiden und Äcker flach sind.“ Und schmunzelnd fügte sie jeweils an: „Warum nicht nach Russland – oder Schaffhausen?“ […]
Sie begann, Gedichte zu schreiben. Immer des Nachts, wenn die Arbeit ruhte. Gedichte über ihren Vater, ihre Mutter, über das Leben in den engen Gassen von Albinen, über eine Geburt, eine Beerdigung […]
und über den Mond, der ihr Trost und Kraft spendete.

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Pitschi

Bild aus: Fischer, Hans (fis):
Pitschi – Das Kätzchen, das immer etwas anderes wollte.
Eine traurige Geschichte, die aber gut aufhört. Wolfsbergdrucke, Zürich 1948

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Eindrücklicher Terence Stamp mit Lullabye aus *Unfinished Song, 2012.

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