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Ein paar Katzensprünge oder 1 Bushaltestelle vom Block weg und schon sind wir am See. Am Wohlensee, einem Stausee, gespiesen von der Aare und einigen kleinen Bächen, gibt es das ganze Jahr hindurch die unterschiedlichsten „Vögel“ zu beobachten. Nicht wenige lassen sich zu Gedichten inspirieren, schreiben Krimis, malen und fotografieren oder beobachten ganz einfach andere Vögel.
Bei so viel allseitiger Liebe und Begeisterung für den See braucht es natürlich auch jemanden, der für Ordnung sorgt, damit Störungen jeglicher Art im grünblauen Bereich bleiben.

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Friedhof am Langen Berg

Bei Nebel und Schnee die Gräber der Eltern mit Tannenästen zudecken, mit einem Topf Christrosen und einer weissen Kerze schmücken (mit Sensor, damit sie nur im Dunkeln brennt.)

Der November tut’s dem Oktober nach: er drängelt sich eilig an mir vorbei. Ich mache es diesen Wochen auch leicht, denn oft habe ich keine Hand frei, sie mindestens ein bisschen aufzuhalten. Ich buttele Kleinstmädchen, singe 11 vergessen geglaubte Vogelhochzeitsstrophen bis Kindchen schläft, schleppe letztes Gemüsegrün vom Garten in die Küche, wasche fein, bügle dampfend, streiche Brote gesund, übe mit den „Grossen“ Ergänzen auf eine Million, Wortarten und Sauriernamen, rühre Schoppen und Suppen, lese vor, schimpfe ein bisschen JackenaufhängenSchuhezusam-menstellennichtinderWohnungschutten, flicke – auch heute noch – völlig durchgewetzte Lieblingshosen (mit Kindchen auf dem Schoss, welches das Schnurren der Nähmaschine liebt und mich mit grossen Kirschenaugen anschaut, wenn ich sage: „Nei, nei, nid ds Fingerli i d’Nadle ha, das macht ganz fescht Bobo!“ (Sage im Laufe des Tages noch ganz andere Sachen als „Bobo“).
Immer wieder nehme ich mir vor, einmal das Protokoll eines Wochentags zu machen. (Woran anderen Bloggerinnen auch schon dachten und wahrscheinlich sogar umsetzten).

In meiner Zeit als Bibliothekarin in einem Archiv für Frauengeschichte begegnete ich Augusta Gillabert-Randin – nicht persönlich, denn sie starb bereits 1940. Um der Frauenarbeit sichtbar zu machen, schrieb sie u.a. auch so eine Alltagsliste.
Am vergangenen Mittwoch traf ich mich mit Frauen aus „meinem“ Café Littéraire. Wir verbrachten den ganzen Vormittag in einer Buchhandlung, kauften viele Bücher, sprachen kaum über die US-Wahl, sondern nur darüber, was wir gerne gelesen hatten, welches von den neuen Büchern wir als erstes lesen würden und welche Titel wir den Frauen im Café Littéraire fürs 2017 – unserem 35. Jubiläumsjahr – vorschlagen könnten.
Vor einigen Tagen wurde ein junger Journalist gefragt, was er nun nach diesem Berichterstattungsmarathon aus Washington zu Hause in der Schweiz als erstes tun würde. Er werde seine Kinder umarmen.
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Karin Widmer: ... Fabelwesen & Furzideen

Bild: Karin Widmer, ca. 1994

Als Franz Hohlers „Rückeroberung“ 1982 erschien, war sie für mich nur eine absurdspannende Phantasiegeschichte. Daran musste ich denken, als letzthin eine Dokumentation über die Wildschweinrotten in Berlin sah und ich in der Zeitung las, dass nahe bei Berlin ein Elch beim Überqueren der Autobahn getötet wurde. Woher das Tier stammte, war unklar. (NZZ, 02.09.12).
In unserem kleinen Land ist die Rückeroberung unspektakulärer. Noch halten sich Bachen und Keiler vom Betteln an Busstation fern, doch es wäre vernünftig, einen Blick in den Ordner „Praxishilfe Wildschweinmanagement“ zu werfen. Die Rück-Eroberung ist in vollem Gange. Füchse steigen durch Katzentürchen völlig neuen Geschmackserlebnissen entgegen, Biber rangeln u.a. am Aareufer zwischen Wohlensee und Thun um Reviere, fällen Bäume auch in gepflegten Gärten und unterhöhlen teure Natursteinmauern. Dieser M13 kümmert sich keinen Deut um Grenzen, taucht immer wieder in der Schweiz auf, Wolfs erlauben sich auf Schweizer Territorium eine Familie zu gründen, der Rothirsch futiert sich um Verkehrsregeln, und die Solothurner Luchse breiten sich ins Baselbiet aus. Das alles ginge ja noch, wenn nur die fremden Fötzel nicht wären: Wasserratte, Waschbär, Marderhund. Aus Süd- und Nordamerika, selbst aus Sibirien sind sie auf dem Weg zu uns!
Über diesen habe ich schon früher geschrieben. Seitdem seine Jagdgründe überbaut worden sind, habe ich ihn leider nicht mehr gesehen.
Damit mein Balkon nicht erobert wird, braucht es tägliches Huschhusch und Arme verwerfen, sonst liegen in Blumenkästen und Töpfen Taubeneier und alles ist mit Taubendreck versch … (Aufgehängte Plastikraben und CDs schrecken nicht ab.)
Seit einiger Zeit haben wir hier in der Stadt eine Taubenmutter mit einem Taubenkonzept. Die Tauben der ganzen Stadt wurden gezählt. Erstaunlicherweise konnte in unserem Quartier keine einzige gesichtet werden. Anscheinend sind sie schlauer, als ich dachte.

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Wider einmal haben sich fremde Fötzel auf dem lieblichen See nahe an meinem Quartier angesiedelt. Obwohl ihnen das streng verboten ist, haben sie ein Nest gebaut und – welche Chuzpe – auch noch Eier gelegt. Ich nehme an, dass der Jagdinspektor P.J. es nicht selber erledigte, sondern seinen Wildhüter H.U.H. anwies, die Eier der Exoten anzustechen, um so „eine unkontrollierte Ausbreitung“ zu vermeiden. Nun bleibt dem armen Mann der „ethische Konflikt“ nicht erspart.
Weiss denn heute nicht jedes Kind, dass das Beobachten von Pärchen durch Feldstecher nicht ausreicht, um Fortpflanzung zu verhindern?

Eine stattliche Graugans, wahrscheinlich aus einer Zucht entflogen, landete vor einiger Zeit auf dem Wohlensee. Die Schwäne freuten sich keineswegs über die Neue, zogen sich genervt in ihre schilfigen Buchten zurück und übten Ignorieren. Frau Graugans gab nicht auf, suchte immer wieder den Kontakt. Und siehe da: sie fand Beachtung bei einem schneeweissen Schwan. Die beiden wurden ein unzertrennliches Paar, haben nun ein gemeinsames Schwanenganskind mit elegant geschwungenem Hals, gesprenkeltem Schnabel und kräftigen grauen Gänseflügeln auf einem weissen Schwanenkörper.
In Berns Westen wird ab und zu auch erfolgreich integriert!