Festausklang

(Ausklang unseres Quartierfestes unter schweren Regenwolken)

Im Schuhregal des Orangen Riesen stehen noch 2 Paar getigerte und ein Paar gepunktete Gummistiefel. Draussen am Blumenstand kaufe ich einige Geranien. “Dieses Sauwetter macht einen doch nicht an zum Pflanze,” meint eine Kundin und entscheidet sich dann doch für ein Minitöpfchen Glockenblumen. Recht hat sie. Im Garten feiern Schnecks rund um die Fenchelsetzlinge nächtliche Raspelraspelorgien, tun sich auch an den Radieschenkeimlingen gütlich, kraxeln hungrig in die Margriten- und Echinaceabüschel.

In aller Herrgottfrühe schaute Familie Blogk heute aus dem Fenster – Regenregenregen, konsultierte mindestens drei Wetter-Apps und nahm das von den Bauern: “freundlich” lasen wir da.

Heute findet das jährliche Grümpelturnier mit Quartierfest …

Grosser Rasen

... auf dem Grossen Rasen statt. Die Präsidentin des Quartiervereins (2nd2nd, female) will den Anlass auch in strömendem Regen durchziehen, falls das “freundlich” ausbleiben sollte. Schliesslich hat sie in den letzten Wochen ihre ganze freie Zeit für die Organisation gegeben. (Restliche Familienmitglieder haben natürlich gehalten und gezündet).
Fussball angefressene Kids kümmern sich nicht um das Wetter und Kuchen, Frühlingsrollen, Couscous & Co. kommen unters Regendach. Das Festzelt mit Bratwurst, Kartoffelsalat und Bier ist sturmsicher.

Es wird, begleitet von einigen Regenschauern, ein lustiges, buntes, sportliches Fest. Obwohl mir das Wort “Integration” zum Hals raushängt, besteht der ganze Tag aus einer Integration nach der andern. Wir können das einfach! Die Kindergruppe aus dem Asylzentrum, spontan hergebracht von einem Bekannten von Blogks, wird im Nu zum Schutten eingekleidet. Die Leibchen schlottern ein bisschen und so übermütig und unbeschwert wie die andern können die Gäste aus der Feuerwehrkaserne nicht sein. Immerhin haben wir im Quartier die Gelegenheit, sie ohne viel Aufhebens teilhaben zu lassen.

Gabentisch

(Reichgedeckter, ramschfreier Gabentisch. Die Sponsoren, Geschäfte aus dem Quartier, spendeten grosszügig, z.b. Kinogutscheine, YB-Eintritte, Rucksäcke …)

Abends gibt es Disco mit Fritz, dem Sigristen. Ob die Jungen sich mit Fredy Mercury, Boney M., Bon Jovi & Co. zufrieden geben werden, weiss ich nicht.
Gegen Mitternacht zieht ein letzter melancholischer “Purple rain” aus dem Festzelt die Hauswände hoch.
Ab der neuen Woche soll’s trockener werden.

Fotos in diesem Beitrag: Adrian Maurer